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22. September 2011, 10:55 Uhr
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Öffentlich-rechtliche Sender wollen 1,4 Milliarden Euro GEZ-Gebühren mehr

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben nach Medieninformationen für die nächste Gebührenperiode von 2013 bis 2016 bei der zuständigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) 1,47 Milliarden Euro mehr beantragt. Damit könnten die monatlichen GEZ-Gebühren steigen.

Die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet in der neuen Ausgabe, dass alle öffentlich-rechtlichen Anstalten bei der für den Finanzbedarf von ARD und ZDF zuständigen Kommission mehr Geld beantragt hätten. Ein ZDF-Sprecher bestätigte, dass sein Sender bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) einen "Mehrbedarf" von 429 Millionen Euro angemeldet habe, pro Jahr also etwa 107 Millionen Euro. Die ARD hat nach dem Bericht einen "Mehrbedarf" von 900 Millionen Euro für die gesamte Gebührenperiode beantragt.

GEZ-Gebühr könnte auf 18,86 Euro steigen

Deutschlandradio hat dem "Zeit"-Bericht zufolge 100 Millionen Euro und der deutsch-französische Kultursender Arte 35 Millionen mehr für die kommende Gebührenperiode angemeldet. Die Mehreinnahmen aller Sender würden sich laut "Zeit" demnach über die gesamte Gebührenperiode auf rund 1,47 Milliarden Euro belaufen. Jeder deutsche Haushalt müsste dann statt 17,98 Euro zukünftig 18,86 Euro monatlich zahlen. Aus Kreisen der KEF deutet sich aber an, dass es bei den monatlichen Gebühren von 17,98 Euro pro Haushalt bleiben werde.

Private Sender sprechen von Ohrfeige für Gebührenzahler und Politik

Kritik an dem Finanzbedarf kam unterdessen vom Privaten Rundfunk: "Diese Zahlen zeugen von einem völligen Realitätsverlust der gebührenfinanzierten Anstalten und im Besonderen beim ZDF", sagte Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien laut Pressemitteilung. Es handle sich um einen "Affront gegenüber den Gebührenzahlern" sowie "eine Ohrfeige für die Politiker", die ein neues Finanzierungsmodell wollten.

"Die niedrigste Rate, die der Sender je angemeldet hat"

Das ZDF verteidigte hingegen seine eingereichten Zahlen. Die 107 Millionen Euro mehr pro Jahr entsprechen einer jährlichen Steigerung von rund 1,3 Prozent. "Die niedrigste Rate, die der Sender je angemeldet hat", sagte der Sprecher. "Das ZDF hat seinen Bedarf damit auf ein Mass reduziert, dass faktisch nur über Einsparungen realisiert werden kann, da wir wie alle anderen Unternehmen Kostensteigerungen ausgesetzt sind." Es sei außerdem kein einziges neues Projekt angemeldet worden.

Öffentlich-rechtliche Sender bekommen pro Jahr 7 Milliarden Euro

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs prüft nun die Anträge der öffentlich-rechtlichen Sender und wird dann einen eigenen Vorschlag auf Basis des von ARD und ZDF geforderten Mehrbedarfs erarbeiten. Das gesamte Gebührenaufkommen von ARD und ZDF beträgt bislang jährlich gut sieben Milliarden Euro. (jak / dpa)
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