Unter großem Sicherheitsaufgebot wurde Sanader von Salzburg aus über Slowenien in sein Heimatland ausgeliefert. Die österreichische Justiz hatte seiner Auslieferung in der vergangenen Woche stattgegeben. Die kroatischen Medien übertrugen die Auslieferung live, als Sanader am Montagabend in einem Autokorso die Grenze zwischen Slowenien und Kroatien passierte. Später sei er in einem Gefängnis in Zagreb zur Untersuchungshaft eingetroffen.
Korruption und Amtsmissbrauch
In Kroatien wird dem ehemaligen Ministerpräsident Ivo Sanander Korruption und Machtmissbrauch vorgeworfen. Über Staatsunternehmen soll er Millionensummen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben, auch Parteifreunde sollen unterschlagenes Geld erhalten haben. Weiterhin soll Sanader Bestechungsgelder vom ungarischen Energieriesen MOL angenommen haben. Aus diesem Grund wurde er mit internationalem Haftbefehl gesucht und schließlich im Dezember 2010 in Österreich verhaftet.
Sanader weist Vorwürfe zurück
Sanader wurde 2003 erstmals zum Regierungschef gewählt und 2007 für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Im Juli 2009 trat er überraschend zurück. Sanader weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und sieht sich als Opfer einer politischen Kampagne seiner Nachfolgerin Jadranka Kosor. Die Regierung in Zagreb verstärkte zuletzt ihren Kampf gegen Korruption. Das Land strebt einen EU-Beitritt an. Der Kampf der Behörden gegen Korruption wird von der Europäischen Union daher genau verfolgt. (jak / dpa)

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