Mit einer Verfassungsänderung soll nach dem Willen des Oberhauses des indischen Parlamentes die im Land umstrittene Frauenquote eingeführt werden. Zur Umsetzung des Gesetzes wird allerdings noch eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus sowie die Zustimmung der Hälfte der Parlamente in den Bundesstaaten benötigt. Bereits seit 13 Jahren wird eine entsprechende Frauenquote in Indien diskutiert. Trotz der noch zu überwindenden politischen Hürden gilt die Entscheidung des Oberhauses deshalb als wichtiges Signal. Das Gesetz, das eine Frauenquote von 33 Prozent in allen Parlamenten auf Bundes- und auf Landesebene vorsieht, wurde sowohl von der regierenden Kongress-Partei, als auch von der grössten Oppositionspartei, der hindu-nationalistischen BJP unterstützt.
Indien: langer Weg für Gesetzesentwurf
Nach einem chaotischen Verlauf der Diskussionen, bei denen es zu tumultartigen Szenen im Parlament kam, wurden sieben Abgeordnete von den Verhandlungen ausgeschlossen. Premierminister Manmohan Singh nannte das Gesetz einen "historischen Schritt" auf dem Weg zur "Stärkung der Emanzipation der indischen Frau". Bislang nehmen Frauen im Oberhaus etwa acht Prozent und im Unterhaus elf Prozent der Sitze ein. Sollte die geplante Quote von 33 Prozent tatsächlich realisiert werden, hätte die aufstreibende Regionalmacht eine der höchsten Frauenquoten weltweit.
(fgr / dpa)

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