NSA spioniert Internetverschlüsselungen aus

US-amerikanische und britische Geheimdienste können offensichtlich die meisten der gängigen Internetverschlüsselungen umgehen. Das geht laut Medienberichten aus neu zugänglich gemachten Unterlagen des ehemaligen US-Geheimdienstlers Edward Snowden hervor.
Die US-amerikanische Geheimdienst NSA und der britische GCHQ (Government Communications Headquarters) betreiben demnach millionenschwere Programme, um im Internet verwendete Verschlüsselungen (etwa für E-Mai-Postfächer oder Online-Bankkonten) zu umgehen. Laut den Dokumenten von Snowden gäbe es leistungsstarke „Supercomputer“, die Passwörter durch Rechenkraft knacken könnte. Außerdem hätten die Geheimdienste vertrauliche Abkommen mit Entwicklerfirmen und Internet-Providern, die in ihren Sicherheitssystemen Zugangsmöglichkeiten für die Nachrichtendienste ermöglichten. Der NSA versuche grundsätzlich, auf die Entwicklung von Verschlüsselungssystemen Einfluss zu nehmen.

Keine technischen Details

Die Papiere von Snowden würden keine technischen Details nennen, so die Berichte. Der NSA könne die weit verbreiteten Verschlüsselungssystem HTTPS und SSL umgehen. Die werden vor allem für Online-Banking und Bezahlsysteme im Internet genutzt. Der Geheimdienst arbeite seit über zehn Jahren an dem Programm, das ein jährliches Budget von 250 Millionen US-Dollar jährlich haben soll. Das ist ein Vielfaches von dem, was der NSA für das bereits vor Monaten bekannt gewordenen Ausschnüffelprogramm Prism ausgibt. Der britische Geheimdienst GCHQ soll sich vor allem darauf konzentrieren, die Verschlüsselungen der sogenannten „Big Four“ unter den Internet-Diensteanbietern – Hotmail, Google, Yahoo und Facebook – auszuhebeln. Die Geheimdienste haben offensichtlich versucht, die berichtenden Medien im Vorfeld davon abzubringen, die Inhalte der Snowden-Unterlagen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Foto: Nikita Buida – Fotolia

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