Es herrscht ein wenig Verwirrung um die blonde, schlanke Frau mit dem Haarkranz. Zwei Möglichkeiten stehen ihr offen: Entweder sie erkennt die als frei und fair eingestufte Wahl des neuen Präsidenten Janukowitsch und damit ihre Niederlage an, oder sie geht vor Gericht, um gegen das Ergebnis zu kämpfen.
Verwirrende Medienberichte
Laut Medienberichten soll die Unterlegene bei einem internen Spitzentreffen ihrer Partei gesagt haben, dass sie das Ergebnis nicht anerkenne. In Kiew berichteten Fernsehsender, dass Timoschenko in die Opposition gehen werde. Auf eine offizielle Reaktion wartet bisher das ganze Land.
Wahlbeobachter sind zufrieden
In der Ukraine verlief die Präsidentschaftswahl frei und fair und wurde von den Wahlbeobachtern als demokratisch gelobt. Auch deshalb steht Timoschenko nun unter Druck, denn eine Anfechtung des Ergebnisses dürfte schwer werden. Ein westlicher Diplomat gab den Rat, die Niederlage anzuerkennen: "Es wäre ein Zeichen demokratischer Reife."
Orangene Revolution und Timoschenko: Ende einer Galionsfigur?
Julia Timoschenko war die Galionsfigur der Orangenen Revolution in der Ukraine. Sie hatte als pro-westliche Reformerin den als russlandtreu geltenden damaligen Präsidenten Janukowitsch in die Schranken gewiesen und siegte in der Wahl vor fünf Jahren. Die versprochenen Reformen blieben jedoch zur Enttäuschung der meisten Bürger der Ukraine aus. Janukowitsch, damals unterlegen, gewann diesmal die Wahl mit 48,8 Prozent der Stimmen. Timoschenko erreichte 45,6 Prozent.
4,4 Prozent der Ukrainer kreuzten auf dem Wahlzettel "Gegen alle" an.
(hkn / dpa)

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