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1. November 2011, 16:03 Uhr
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Neue Trinkwasserverordnung lässt Berliner Mieten ansteigen

Ab heute tritt in Berlin und Brandenburg eine neue Trinkwasserverordnung in Kraft, die in Zukunft wohl für steigende Mieten sorgen wird. Danach muss das Trinkwasser für Mehrfamilienhäuser einmal im Jahr auf Legionellen untersucht werden. Die Kosten für Probeentnahme und Laboruntersuchung können voll auf die Betriebskosten der Mieter umgelegt werden.
Die neue Trinkwasserverordnung sorgt für steigende Mieten in Berlin und Brandenburg
Die neue Trinkwasserverordnung sorgt für steigende Mieten in Berlin und Brandenburg
Quelle: dapd/ Steffi Loos
Nach Schätzungen des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen werden durch die neue Trinkwasserverordnung Mehrausgaben von etwa 35 Millionen Euro auf die Mieter zukommen. Die Betriebskosten werden demnach pro Wohnung um mindestens 25 Euro im Jahr steigen.

Die neue Verordnung betrifft fast alle Mehrfamilienhäuser

Von der neuen Verordnung sind alle Großanlagen, die einen Warmwasserbehälter von über 400 Litern besitzen, betroffen. In Berlin gibt es 115.000 solcher Großversorger mit Warmwasser. Auch Häuser, in denen zwischen der Erwärmung des Wassers durch die Heizung und dem Wasserhahn mehr als drei Liter Wasser durch die Leitungen fließen, fallen unter die neue Prüfpflicht. Damit betrifft die Verordnung fast alle Mehrfamilienhäuser. Die Kosten für die Entnahme der Wasserprobe und ihre Analyse durch ein vorgeschriebenes Labor betragen in der einfachsten Variante 200 Euro, diese können sich aber bei komplizierten Anlagen auch schnell verdoppeln, so BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern.

Die neue Verordnung stößt auf Kritik

Legionellen bilden sich im warmen, stehenden Wasser. Die Bakterien können zum Beispiel beim Duschen eingeatmet werden und schwere Lungenentzündungen verursachen. Viel häufiger als in privaten Wohnungen taucht das Problem allerdings in Schwimmbädern auf. Um die Bakterien abzutöten, muss das Wasser heißer als 55 Grad sein. Auch in kaltem Wasser unter 20 Grad können sich Legionellen nur sehr langsam vermehren. Nicht selten stößt die neue Verordnung, die einen erheblichen bürokratischen Aufwand mit sich bringt und noch dazu die Mieter viel Geld kostet, auf Kritik. Grundsätzlich sei es zwar eine gute Idee, die Wasserleitungen zu überprüfen, jedoch reiche auch eine Untersuchung alle drei Jahre völlig aus, so die Senatsgesundheitsverwaltung. (rma)
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