Die Hersteller der sogenannten "Legal Highs" entwickeln immer wieder Alternativen zu den bereits herstellten und, von den Behörden schnell verbotenen, Drogen, so steht es im Jahresbericht der Drogenexperten. Bis die Behörden die neuen Drogen auswendig machen und verbieten, haben diese schon wieder neue Substanzen auf den illegalen Markt gebracht. Ecstasy und Amphetaminen gehören beispielsweise zu den synthetischen Drogen, die aus chemischen Grundstoffen bestehen.
41 neuartige Substanzen wurden auf dem Drogenmarkt gezählt
Der Direktor der Beobachter der Drogenszene Wolfgang Götz fordert, dass sich die Politik angesichts der neuen Gefahr einschaltet. Irland und Polen hätten bereits passende Gesetze verabschiedet, die den Verkauf psychoaktiver Mittel erschwert. Die EBDD und Europol identifizierten im Jahr 2010 41 neue psychoaktive Substanzen auf dem europäischen Markt. In diesem Jahr könnte der Höchstwert aus dem letzten Jahr übertroffen werden. So berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. Auch neu: Über Online-Shops kommen die Interessierten an die Produkte heran.
Die Gefahr vor dem Unbekannten
"Das größte Problem bei synthetischen Drogen besteht darin, dass die Leute nicht wirklich wissen, was sie nehmen", erklärte Götz. "Bei einem Joghurt steht auf der Packung, was drin ist, bei einer Pille nicht. Wenn die Leute diese Substanzen dann auch noch mit anderen legalen oder illegalen Drogen mischen, kann es zu großen gesundheitlichen Problemen und auch zum Tod führen", mahnte der EBDD-Direktor, der seine Arbeit getan hat. Die Beobachtungen sind angestellt, nun liegt es an den Mitgliedsstaaten die neue Drogen-Welle einzudämmen.
Anzahl an deutschen Konsumenten ist vergleichsweise gering
Laut des EBDD-Berichts bleibt Cannabis die beliebteste illegale Droge in Europa. Jeder fünfte Mensch zwischen 15 und 64 Jahren hat bereits Erfahrungen mit der Droge gesammelt. Im vergangenen Jahr konsumierten 22,5 Millionen Menschen in Europa Cannabis, wobei männliche Konsumenten in der starken Überzahl sind. Im europaweiten Vergleich ist der Konsum in Deutschland gering. Immerhin 1,5 Prozent junger Männer und 0,5 Prozent der deutschen Mädchen rauchen täglich oder fast täglich Cannabis. Bei der härteren Droge Kokain sind die Zahlen natürlich geringer. 4,5 Millionen Europäer in dem beschriebenen Alter haben mindestens einmal Kokain zu sich genommen. Vier Millionen Konsumenten gab es im letzten Jahr in Europa. In Deutschland haben zwei Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen zwischen 14 und 34 Jahren Kokain konsumiert.
Die EBDD schätzt die Anzahl der Menschen, die infolge der Kokainsucht sterben
Zwar sinkt die Zahl der Kokain-Konsumenten, doch unter den Therapiebedürftigen ist die Anzahl sehr hoch. 17 Prozent der Abhängigen sind primär kokainsüchtig. Bei der Hälfte der Patienten kommt die Alkoholsucht hinzu. An den Folgen der Kokainsucht, (welche, wie auch Heroin zu der Gruppe der Opioiden gehören) sterben jährlich circa 7.600 Menschen in Europa.
(nas)

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Matthias Hofmann schreibt:
16. November 2011, 06:46 Uhr
Veilleicht brauchen wir einfach eine andere Drogenpolitik?! Nach dem Motto, wenn ich in einer Sackgasse gelandet bin, dann suche ich einen Ausweg, einen anderen Weg, der - vielleicht - zum Ziel führt.