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Netzgebühren und Großhandel treiben Gaspreis in die Höhe

19. Oktober 2018 • Finanzen

Hamburg – Die privaten Gasverbraucher in Deutschland müssen zum Beginn des kommenden Jahres überwiegend mit steigenden Preisen rechnen. Die Entgelte für die Nutzung der Gasnetze werden im bundesweiten Durchschnitt um rund ein Prozent steigen.

Das teilten die Internet-Portale
Verivox und Check24 jeweils getrennt mit. Dabei komme es aber regional zu deutlichen Abweichungen nach oben und unten, so dass der bundesdeutsche Durchschnittswert für die meisten Haushalte nicht zutreffen dürfte. Aufwärts gehen die Preise in den meisten westlichen Bundesländern und in Mecklenburg-Vorpommern, abwärts in den meisten Ost-Ländern sowie in Bayern und im Saarland.

Gegenwärtig haben mehr als 30 regionale Gasversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich sieben Prozent angekündigt, heißt es bei Verivox. Ein Durchschnittskunde mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden muss damit rund 80 Euro pro Jahr mehr bezahlen. «Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Wochen weitere Versorger dazukommen werden», sagte Verivox-Energieexperte Mathias Köster-Niechziol.

Die Netzgebühren machen rund ein Viertel des Preises aus. Rund die Hälfte des Preises können die Gasversorger beeinflussen, die wiederum von ihren Beschaffungspreisen abhängen. «Die haben im Laufe des Jahres kräftig angezogen», sagte Köster-Niechziol.

Die Netzgebühren steigen am deutlichsten in Bremen (plus 27 Prozent) sowie in Hamburg und Schleswig-Holstein (jeweils plus 8 Prozent). Damit zahlten die Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern mit durchschnittlich 514 Euro weiterhin die höchsten Entgelte an die Verteilnetzbetreiber, heißt es bei Check24. Das hängt mit dem hohen Aufwand für die Netze in dem großen und dünn besiedelten Bundesland zusammen. Am wenigsten müssen Verbraucher in Berlin (285 Euro) und Hamburg (314 Euro) für das Netz zahlen.

Sinkende Netzgebühren sind vor allem in den östlichen Bundesländern zu verzeichnen. So fallen die Entgelte in Sachsen um vier Prozent, in Thüringen um drei Prozent und in Berlin um zwei Prozent. Die stärkste Preissenkung war in Leipzig zu verzeichnen mit minus 22 Prozent. Das entspricht rund 97 Euro netto für einen Musterhaushalt.

Für die Gaskunden in Deutschland, die rund die Hälfte aller Mieter und Immobilienbesitzer stellen, bedeuten die Preissteigerungen zum Jahresbeginn eine Trendwende. Zuvor waren die Gaspreise mehrere Jahre lang gefallen.

Fotocredits: Jörg Sarbach
(dpa)

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