Erst vor kurzem hatten Journalisten des NDR derartige Bluttests beim Autohersteller Daimler aufgedeckt. Laut Sender-Sprecher Martin Gartzke teile der Betriebsarzt lediglich die Eignung des Bewerbers für die vorgesehene Tätigkeit mit. Details zur Diagnose gebe der Mediziner nicht weiter. Dennoch nannte eine NDR-Journalistin die Prozedur des Bluttests eine "Unverschämtheit". Schliesslich kann der Sender somit beispielsweise eine Schwangerschaft in Erfahrung bringen, nach der er rechtlich nicht fragen darf.
NDR überschreitet mit Bluttests "rechtliche Grenze"
Arbeitsrechtler Gregor Thüsing von der Universität Bonn stellt in den Bluttests des NDR gar einen "Verstoss gegen das Datenschutzgesetz" fest. Dieses besagt, dass dem Arbeitgeber lediglich die Erhebung der vom Arbeitnehmer "erforderlichen" Daten erlaubt ist. Für die Einstellung relevant seien demnach einzig diejenigen Informationen, die zur Beurteilung der Eignung eines Bewerbers notwendig seien.
Laut Arbeitsrechtsexperte Gerrit Forst liefert die Auswertung des Bluttests dem NDR Informationen darüber, ob der jeweilige Bewerber "die vorgesehene Wochenarbeitszeit wird bewältigen können". Dadurch überschreite der NDR die rechtliche Grenze, so der Jurist.
(sch / ddp)

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