"Sagt Nein zur Nato-Agenda von Krieg und Armut!", lautete das gemeinsame Motto der unterschiedlichsten Protestgruppen mit einer Vielzahl an Plakaten und US-Flaggen.
Zusammenstöße mit der Polizei
Der mehrstündige Demonstrationszug verlief zunächst friedlich, wurde jedoch nach dem offiziellen Ende von Zusammenstößen mit der Polizei überschattet. Mindestens 45 Festnahmen und mehrere Verletzte habe es gegeben, berichtete Polizeichef Garry McCarthy. Vier Polizeibeamte mussten ins Krankenhaus gebracht werden; ein Polizist erlitt eine Stichverletzung am Bein.
Veranstalterangaben zufolge haben sich mehr als 15.000 Menschen an den Protesten beteiligt. "Dieses ist die größte Anti-NATO-Demonstration in der Geschichte der USA", betonte Joe Lombardo, einer der Organisatoren der Demonstrationen. Das Polizeiaufkommen belief sich auf rund 3.000 Beamten.
Freie Meinungsäußerung als fundamentaler Wert
"Töte eine Person - und es ist Mord. Töte Hunderttausende - und es ist Außenpolitik!", warfen die Demonstranten der Nato auf Protestschildern vor.
Unternehmer und Familienvater Paul Golden proklamierte: "Redefreiheit macht unser Land besser". Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen teilte diese Auffassung: "Freie Meinungsäußerung ist ein fundamentaler Wert." Auch Demos.
Zusammentreffen mehrerer führender Regierungschefs
Der Nato-Gipfel findet bis Montag statt. Beim Treffen der acht führenden Industrienationen in Camp David bei Washington nahmen einige Regierungschefs wie Bundeskanzlerin Angela Merkel teil. Wegen Massendemonstrationen hatte US-Präsident den zunächst ebenfalls für Chicago geplanten G8-Gipfel an seinen Landsitz Camp David verlegt.
(gth / dpa)

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