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Artikelgebend sind sogenannte Multijobber in Deutschland.

Multi-Jobber – wie geht das?

4. September 2014 • Wirtschaft

In Deutschland gibt es mittlerweile fast drei Millionen Menschen, die zwei oder mehr Jobs gleichzeitig ausüben müssen, um einigermaßen über die Runden zu kommen. So versuchen beispielsweise viele ältere Frauen wegen ihrer geringen Rente mit mehreren Putzjobs in Büros und Privathaushalten ihr karges Einkommen aufzubessern.

Immer mehr Multi-Jobber in Deutschland

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der sogenannten Multi-Jobber um mehr als das Doppelte angestiegen. Ein Grund dafür liegt darin, dass viele Menschen in Deutschland keine adäquaten Vollzeitstellen finden und sich mit mehreren Mini-Jobs durchschlagen müssen. Teilweise arbeiten die Multi-Jobber dabei insgesamt mehr als 40 Stunden pro Woche in ihren verschiedenen Jobs, um die Lebenshaltungskosten einigermaßen decken zu können. Die meisten Multi-Jobber gibt es in Baden-Württemberg und Bayern, was unter anderem daran liegt, dass in diesen Bundesländern auf Grund der besonders hohen Mietpreise die Lebenshaltungskosten überdurchschnittlich hoch sind. Aber auch im Norden und Osten der Republik steigt die Zahl der Multi-Jobber kontinuierlich weiter an. Anhaltend niedrige Stundenlöhne bei steigenden Preisen für Wohnen und Energie zwingen bundesweit viele Menschen dazu, in mehreren Jobs gleichzeitig zu arbeiten.

Multi-Jobber – zwischen Stolz und Erschöpfung

Viele Arbeitnehmer mit mehreren Mini-Jobs haben den Ehrgeiz ohne staatliche Transferleistungen ihr Auskommen zu sichern, allerdings gehen sie dabei oftmals bis an ihre physischen Grenzen. Da sie im Krankheitsfall kaum mit einer Lohnfortzahlung rechnen können, kommen zu der körperlichen Belastung oftmals auch existenzielle Ängste. Auch können die vielen Multi-Jobber kaum Rücklagen bilden, sodass ihnen trotz der vielen Arbeit die Altersarmut droht, was dann zwangsläufig zu staatlichen Transferleistungen führen würde. Hier ist die Politik gefordert – sie muss versuchen, dafür zu sorgen, dass alle arbeitenden Menschen für ihre Arbeit auch angemessen verdienen und im Alter entsprechend abgesichert sind. Der von der Großen Koalition angestrebte Mindestlohn könnte möglicherweise ein Schritt in die richtige Richtung sein.

Minijobs – flexible Ergänzung, aber keine Dauerlösung

In vielen Fällen können die flexiblen Mini-Jobs sowohl für Arbeitnehmer und Arbeitgeber durchaus Sinn machen, aber dass viele Bundesbürger gleich auf mehrere Minijobs angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, kann wegen der zu erwartenden gesellschaftlichen Folgen keine nachhaltige Lösung sein.


Artikelfoto: Thinkstock, iStock, alphaspirit

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