Ermöglicht werden soll dies durch auf eine Aufspaltung des Verfahrens auf zwei aufeinanderfolgende Prozesse. Die Staatsanwaltschaft beim Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag stellte einen entsprechenden Antrag am Mittwoch. Mladic soll demnach zuerst wegen Völkermords in Srebrenica zur Rechenschaft gezogen werden. Erst danach käme es zu einem möglichen weiteren Prozess gegen die anderen ihm zur Last gelegten Kriegsverbrechen, darunter die Belagerung von Sarajevo.
Die Staatsanwaltschaft wolle unbedingt dafür sorgen, dass "die Opfer Gerechtigkeit erfahren", heißt es in dem vom Chefankläger Serge Brammertz eingebrachten Antrag. Dabei sei auch die Notwendigkeit berücksichtigt worden, "für den Fall einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Mladic zu planen".
Gerüchte um die Gesundheit
Seit seiner Verhaftung und anschließenden Auslieferung im Mai halten sich die Gerüchte, dass der 69-jährige Mladic aufgrund schwerer Krankenheiten nicht mehr lange zu leben habe. "Ich bin ein schwer kranker Mann", sagte Mladic am 3. Juni, als er erstmals vor dem UN-Gerichtshof für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien erschien.
Die Anzahl der Vorwürfe soll nach den Vorstellungen der Staatsanwaltschaft insgesamt nicht reduziert werden. Die Aufteilung auf zwei Verfahren sei jedoch unter den gegebenen Umständen "klug und praktisch". Dadurch könnte die Beweisführung im ersten Prozess in etwa einem Jahr beginnen. (sek / dpa)

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