Das Gerücht, Schokolade oder Stress würden Migräne auslösen, hält sich hartnäckig. Dafür verantwortlich ist höchstwahrscheinlich die Tatsache, dass 70 Prozent der Migräne-Patienten angibt, vor einer Migräne-Attacke Heisshunger auf etwas Süsses zu verspüren, berichtet das Gesundheitsportal "Heilpraxis.net".
Auf dem Deutschen Schmerzkongrass 2010 in Mannheim hat der Rostocker Arzt und Kopfschmerzexperte Peter Kropp nun das Vorurteil wiederlegt. Schokolade und Stress würden nicht Migräne auslösen, sagte er, ausserdem sei es ein Irrtum, während einer Migräne mögliche Auslöser zu vermeiden.
Kropp betonte, der Hunger auf Süssigkeiten vor Attaken komme, weil der Körper während der Migräne Energie benötige. Streiteren mit dem Partner vor Migräne-Attacken seien ebenfalls keine Auslöser, so Kropp. Grundsätzlich sei der Betroffene vor der Migräne gereizt, nervös, konzentrationsschwach und müde, deswegen der Stress und die Streits.
Kropp rät, möglichen Migräneauslösern wie das Trinken von Wein und Sekt nicht aus dem Weg zu gehen. Im Gegenteil, "ruhig ab und zu ein Glas Wein trinken" helfe, da das Gehirn Wein sonst grundsätzlich mit Migräne in Verbindung bringt und sich daran gewöhnt.
(kat)

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