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4. Juni 2009, 11:39 Uhr
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Karstadt

Metro will einige Häuser übernehmen

Eine mögliche Karstadt-Übernahme steht möglicherweise von Seiten des Handelskonzerns METRO an. Der Vorstandschef des Unternehmen, will laut einem "Bild"-Zeitungsbericht mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Stellvertreter Frank-Walter Steinmeier darüber sprechen.
Eckhard, Cordes Vorstandschef der Metro, zu der auch Saturn und Kaufhof gehören, wolle demnach die Häuser des Karstadt-Konzerns mit Kaufhof zusammenlegen. Nach Informationen aus Kreisen der Koalition, wie die Zeitung berichtet, sollen 40 Häuser geschlossen werden, wobei 30 Karstadt-Filialen und 10 Häuser von Galeria Kaufhof betroffen sein werden.

Die "Bild"-Zeitung gibt laut dpa an, dass rund 5.000 Vollzeitkräfte abgebaut werden müssten. Allerdings könnten die Hälfte der geschlossenen Filialen, als Elektromärkte des Konzerns oder Ähnliches weitergeführt werden.

Metro-Vorstände möchten Karstadt und Kaufhof zusammenlegen

Der Finanzvorstand von Metro, Thomas Unger sagte gegenüber "Die Welt": "Wir sind sicher, dass wir von den 90 Häusern 60 übernehmen und in unser Galeria-Kaufhof-Konzept integrieren können". So könne "dem überwiegenden Teil der Karstadt-Beschäftigten eine gesicherte Zukunft" geboten werden, wie Unger weiter erklärt haben soll. Vorschläge zur Übernahme von Karstadt durch Metro wurden bisher von Karl-Gerhard Eick, Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor abgelehnt.

Horst Seehofer (CSU) gab währenddessen am Mittwoch nach einer Sitzung mit Firmenleitung und Vertretern des Betriebsrates in Nürnberg zu bedenken, dass nicht mehr viel Zeit bleibe: "Nächste Woche stehen Probleme mit den Banken an. Also bis Anfang nächster Woche muss eine Entscheidung fallen". Eine Rettung ist sonst nicht mehr möglich.

EU-Kommission verweigert Hilfe für Arcandor-Konzern

Bundesregierung und die EU-Kommission äusserten am gestrigen Mittwoch bereits Bedenken wegen Staatshilfen für Arcandor. Eine Sprecherin der EU-Kommission Neelie Kroes teilte nach Auswertung der Informationen mit, der Konzern Arcandor sei "nicht förderungswürdig, weil er schon vor dem 1. Juli 2008 in Schwierigkeiten gewesen ist."

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) teilte daraufhin mit, dass eine Hilfe aus den deutschen Fonds ebenfalls nicht erfolgen könne. Die beantragte Staatsbürgschaft von 650 Millionen Euro und ein Kredit über 200 Millionen Euro wäre damit passé.

Zu Guttenberg schätzt das Metro-Angebot positiv ein

Allerdings äusserte sich zu Guttenberg, laut einer späteren dpa-Meldung positiv über das Angebot von Metro. In einem Radiointerview soll zu Guttenberg gesagt haben, dieses Angebot sei ein "interessanter Weg", wie die dpa berichtet, er müsse nur schnell beschritten werden.

Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), will dagegen weiterhin eine Prüfung, die "vorurteilsfrei" verläuft.

Kleinere Banken stellen Finanzierung von Arcandor in Frage

Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-AFX bilden die kleineren Kredit gebenden Banken den Knackpunkt für die Vergabe von Krediten für Arcandor, damit sei die Gesamtfinanzierung gefährdet. Ein Sprecher von Arcandor sagte auf Anfrage der Agentur: "Wir sind mit den kleineren Banken weiter im Gespräch", wie es hiess. (anf / dpa)
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