Der Vater berichtete von seinem Leidensweg. "Es war die schlimmste Zeit meines Lebens", so der 68-Jährige. Er forschte jahrelang nach den Gründen für das Verschwinden seines Sohnes. Andeutungen der Polizei, dass sein damals 13-Jährige Sohn einfach verschwunden sei, hielt der Vater für absurd. Der Vater beschrieb seine Recherchen und Erklärungsversuche vor Gericht.
Der "Maskenmann" hörte den Schilderungen mit starrer Miene zu
Vor 20 Jahren wurde Stefan J. aus einem Internat in Scheeßel, Niedersachsen verschleppt und ermordet. Da die Ermittlungen der Polizei nur schleppend vorangingen, engagierte der Vater einen Detektiv und einen Anwalt, die zu dem Entschluss kamen, dass dem Sohn Gewalt angetan wurde. Der 40-Jährige Täter Martin M. hörte dem Vater emotionslos zu. Vorher gestand er drei weitere Morde und viele weitere sexuelle Übergriffe. Drei Jahre nach dem Mord an dem 13-Jährigen Sohn tötete er Dennis R. (acht Jahre alt) und im Jahr 2001 Dennis K. (neun Jahre alt).
Der Vater kam nach der Aufklärung des Mordes endlich zur Ruhe
Nachdem der Verschleppung des kleinen Dennis, dessen Leiche später in Dänemark gefunden wurde, war der Vater geschockt, berichtet die Onlineausgabe des Stern-Magazins. Ihm war klar, dass dass es derselbe Täter gewesen sein muss. Nach dem dritten Mord sprach die Polizei erst von einem Serienmörder, sagte der 68-Jährige Vater. Da der "Maskenmann" nun vor Gericht steht, "ist das dauernde Grübeln und Nachforschen weg", sagte der Vater erleichtert. Der Vater hatte immer daran geglaubt, dass der Fall irgendwann aufgeklärt wird. Die 61-Jährige Mutter hingegen hatte sich schon fast damit abgefunden, dass es eventuell keine Auflösung in der Sache gäbe. Sie kümmerte sich dann umso mehr um den kleineren Bruder des Opfers, der ihre Zuneigung und Aufmerksamkeit brauchte.
(nas)

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