Gut zwei Jahre währten die Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft gegen die 40 Mitarbeiter der Vaduzer LGT Treuhand aus Liechtenstein wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Das bislang größte deutsche Steuerstrafverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik ist durch die Zahlung von 50 Millionen Euro durch die Treuhandgesellschaft sowie den Beschuldigten eingestellt worden.
Der ausgehandelte Deal sieht eine Zahlung von 50 Millionen Euro vor. 46,35 Millionen Euro wird durch die Liechtensteiner LGT Group und ihrer ehemaligen Tochtergesellschaft LGT Treuhand aufgebracht. Die übrigen 3,65 Millionen sind von den rund 40 Beschuldigten zu zahlen. Somit wird das Verfahren eingestellt, der deutsche Fiskus erhält einen Schadenersatz für den entgangenen Steuern und die Liechtensteiner Berater deutscher Steuerhinterzieher haben keine weiteren Strafverfahren gegen sie zu befürchten. Deutsche Steuerhinterzieher hatten die Möglichkeit sich selbst Anzuzeigen und auf diesem Wege, einem Strafverfahren zu entgehen.
Verfahren auch gegen Credit Suisse
Die Einstellung des Verfahrens gegen die LGT gegen eine Geldzahlung, wird in Fachkreisen als richtungweisend auch bei den Ermittlungen gegen die Schweizer Großbank Credit Suisse angesehen. Nach Hausdurchsuchungen und einer ersten Auswertung des beschlagnahmten Materials, gehen die Ermittler davon aus, dass die Credit Suisse jahrelang Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet habe. Kunden der Credit Suisse, die zu den mutmaßlichen Steuerhinterzieher gehören, wurden und werden befragt um herauszufinden, wer bei dem Schweizer Geldinstitut in den unlauteren Machenschaften beteiligt war.
(bpc)

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