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28. Februar 2011, 08:54 Uhr
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Libyen: Gaddafi verschanzt sich - Opposition ernennt Anführer

Währen die regimetreuen Truppen von Diktator Muammar al-Gaddafi eine Stadt nach der anderen verloren geben müssen, benannte die Opposition eine Übergangsregierung unter dem ehemaligen Justizminister Mustafa Abdul Dschalil.
Das System von Oberst Gaddafi steht endgültig kurz vor dem Zusammenbruch. Medienberichten zufolge kontrolliert er nur noch seine Heimatstadt Syrte und einige Stadtteile von Tripolis.

Gaddafi verkriecht sich

Arabische Zeitungen berichten, dass sich Gaddafi und sein Clan in Tripolis in dem Militärstützpunkt Bab al-Asisija verschanzt hätten. Bedingslos loyale Truppen schützen den Diktator mit Panzern und schwerer Bewaffnung. Er selbst hatte zuletzt immer wieder geschworen, in Libyen bleiben und die Asyl-Angebote, z.B. von Simbabwes Machthaber Robert Mugabe, ausschlagen zu wollen. Unbestätigten Berichten zufolge sei aber einer seiner Privatjets mit Goldbarren und Bargeld beladen worden. Gaddafi behauptet noch immer, Ausländer und al-Qaida-Terroristen seien für die Unruhen in seinem Land verantwortlich.

Ex-Justizminister Dschalil soll die Revolution anführen

Unterdessen benannten führende Oppositionskräfte in Bengasi den ehemaligen Justizminister Mustafa Abdul Dschalil zum Chef einer Übergangsregierung. Dschalil hatte sich nach dem Ausbruch der Gewalt gegen Demonstranten von Gaddafi abgewandt und der Revolution angeschlossen. "Unsere nationale Regierung besteht aus zivilen und militärischen Persönlichkeiten", sagte Dschalil. "Sie wird nicht mehr als drei Monate regieren, dann gibt es faire Wahlen, in denen die Menschen ihren Anführer wählen können."

Opposition auf dem Vormarsch

Angesichts der Tatsache, dass sich die libysche Opposition nun immer besser organisiert und politische und militärische Erfolge verbucht, schnürt sich die Schlinge um Muammar al-Gaddafi immer weiter zu. Bislang konnten die Aufständischen jedoch nur dort große militärische Fortschritte machen, wo sich ihr Teile der vor Ort stationierten Armee anschlossen. Im Herzen von Gaddafis Macht verfügt der Diktator jedoch noch immer über ihm treu ergebene Kämpfer, von denen nicht angenommen wird, dass sie überlaufen.

Die Aufständischen sind noch nicht am Ziel

Der Sturz des Diktators scheint zwar nur noch eine Frage der Zeit - Gaddafi scheint jedoch kämpfend untergehen zu wollen, niemand rechnet damit, dass er von sich aus die Waffen streckt. Nach den jüngsten Beschlüssen des UN-Sicherheitsrates droht ihm die Verfolgung und Verurteilung durch ein Tribunal in Den Haag. Weil Gaddafi aber noch über alte Bestände von Senfgas verfügen soll, ist eine finale Wahnsinnstat des psychopathischen Diktators nicht ausgeschlossen. Der Alptraum Gaddafi ist für das libysche Volk noch nicht vorbei. (phs)
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