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13. Juli 2009, 09:24 Uhr
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Den Haag

Kriegsverbrechertribunal gegen Charles Taylor fortgesetzt

In Den Haag will die Verteidigung des Ex-Diktators von Liberia, Charles Taylor, die Beweisführung fortführen. Sie solle ergeben, dass die ihm vorgeworfenen Kriegsverbrechen, haltlos sind. Taylor ist der erste Diktator Afrikas, der in Den Haag wegen Kriegsverbrechen angeklagt wurde.
Vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag will die Verteidigung von Charles Taylor ab heute seine Unschuld beweisen. Taylor, der auch den Namen "Herr der Blutdiamanten" trägt, ist der erste ehemalige Diktator aus Afrika, der sich wegen Kriegsverbrechen vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag verantworten muss.

Der Prozess gegen Charles Taylor läuft bereits seit April 2006, schon bei der Prozesseröffnung beteuerte Taylor seine Unschuld. Ihm wurden unter anderem Verstümmelungen von Menschen, Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten, Mord und sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die er von sich wies.

Charles Taylor soll für die Kriegsverbrechen in Sierra Leone zur Rechenschaft gezogen werden

Grund für den Prozess in Den Haag, sind die Übergriffe in dem liberianischen Nachbarland Sierra Leone zwischen 1996 und 2001. Er soll die "Revolutionäre Vereinigte Front" (RUF) ausgebildet und mit Waffen versorgt haben, weshalb er Verantwortung an den Greueltaten gegen die Bevölkerung Sierra Leones trage. Mehr als 250.000 sollen dem Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land zum Opfer gefallen sein.

Die RUF soll Taylor darüberhinaus, mit sogenannten "Blutdiamanten" versorgt haben, die in Sierra Leone zu Hauf gestohlen wurden. Durch den Verkauf der Diamanten soll Taylor ein grosses Vermögen angehäuft haben. Wie die dpa berichtet, sollen allein auf einer Schweizer Bank 1,5 Milliarden Dollar aus dem Verkauf der Blutdiamanten aufgefunden worden sein, bis eine Sperrung der Auslandskonten veranlasst wurde.

Taylor bezeichnet seine Tätigkeit in Sierra Leone als "Friedensvermittler"

Charles Taylor verteidigte seine Beteiligung in Sierra Leone damit, dass er als "Friedensvermittler" in dem Land tätig gewesen sein. Am heutigen Montag wird zunächst nur eine Darlegung gegenüber der einzelnen Punkte der Klage des Taylor-Verteidigers, Courtenay Griffiths, erwartet. Ab Dienstag sollen dann möglicherweise, über mehrere Wochen hinweg, Zeugen befragt werden.

Die Importanz eines Verfahrens gegen Taylor vor einem internationalen Gericht, hob die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hervor, da es den Opfern von Sierra Leone die Möglichkeit gebe, Gerechtigkeit zu erlangen.

Verfahren gegen Charles Taylor in Den Haag läuft seit 2006

Das Gericht zu den Verbrechen in Sierra Leone, das von der derzeitigen Regierung und der UN ins Leben gerufen wurde, soll die Kriegsverbrechen während des Bürgerkrieges ahnden. Das Sondergericht hat seinen Sitz regulär in Freetown. Das wegen Befürchtungen von Anschlägen und Befreiungsversuchen nach Den Haag verlegt wurde.

Nach seiner Entmachtung 2003 floh Charles Taylor nach Nigeria, wo er 2006 an das Sondergericht ausgehändigt wurde. (anf / dpa)
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