Mehr als 50.000 Unterschriften sammelte die Initiative und konnte somit ein Bürgerbegehren an den Stadtrat herantragen. Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) empfahl dem Stadtrat am Dienstag, im Juli einen Bürgerentscheid zu dem Thema abzuhalten und die Kölner selber abstimmen zu lassen. Da CDU, Grüne und Linkspartei sich aber auf die Seite der Sanierungsbefürworter schlugen, wurde nach dreieinhalb Stunden Diskussion die Abrisspläne gegen die Stimmen von SPD und FDP gekippt. Die Planungen für eine Sanierung sollen umgehend aufgenommen werden.
50 Jahre altes Gebäude ist marode
Einig waren sich alle Seiten in einem: Das Schauspielhaus Köln ist in seinem jetzigen Zustand nicht bespielbar. Die Gebäudesubstanz ist veraltet und die technische Einrichtung in desolatem Zustand. Die Befürworter einer Sanierung wollen jedoch das Haus als bedeutendes Beispiel deutscher Nachkriegsarchitektur erhalten. Der Bau wurde wurde Ende der 50er Jahre vom Architekten Wilhelm Riphahn entworfen und 1962 fertiggestellt. Direkt neben an befindet sich die Oper vom gleichen Architekten. Ihre Sanierung ist bereits beschlossen.
Neubau nur wenig teurer als Sanierung
Für die Variante des Neubaus waren 300 Millionen Euro veranschlagt worden. Die Initiative errechnete für die Sanierung des maroden Gebäudes Kosten in Höhe von 270 Millionen Euro. Die Entscheidung gegen den Abriss des Schauspielhauses sorgte bei den Initiatoren des Bürgerbegehrens und der Mehrheit des Esembles grosse Freude. (mea / dpa)

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