Die Zahlen, welche die FRA angibt, sind teilweise sehr dramatisch. So verschwanden beispielsweise allein im Jahr 2008 von den 1.320 Minderjährigen im Einwanderungszentrum der italienischen Insel Lampedusa 400 Kinder. Diese weitgehend aus Afrika stammenden Kinder könnten Opfer des internationalen Organhandels geworden sein, wie die FRA befürchtet, aber nicht beweisen kann.
Der Kinderhandel ist ein EU-weites Problem
Wie es weiter hiess, so ist das Verschwinden von Kindern aus Heimen auch in EU-Mitgliedsstaaten ein weit verbreitetes Problem. Die Betroffenen tauchen in den meisten Fällen nie wieder auf. Dennoch werde dieses Problem, so die FRA, "weitgehend ignoriert und aufgrund einer unzureichenden Datenerfassung in wenigstens neun Mitgliedstaaten äusserst unzureichend betrachtet."
In der EU existieren keine ausreichend deutlichen Richtlinien zum Kinderhandel
Vor allem fehle es an einheitlichen Richtlinien. So sei im Rechtsrahmen der EU zwar der Kinderhandel "zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft oder der sexuellen Ausbeutung" definiert, nicht jedoch die Ausbeutung zur Organbeschaffung oder Adoption, wie es weiter hiess.
Die FRA fordert in ihrem Bericht, den Schutz des Kindeswohls vorrangig im Grundsatz des EU-Rechts zu verankern.
(svp / dpa)

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