200 Demonstranten wurden von über 1.000 Unterstützern des geplanten Gesetzes umstellt. Es wurden vereinzelt Steine auf Frauen geworfen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Demonstrantinnen mussten sich als "Abtrünnige und Sklaven der Christen" beschimpfen lassen. Das Gesetz wird von Kritikern als Freibrief für Vergewaltigung in der Ehe gewertet.
In Afghanistan ist Gesetz zur Ehe für Schiiten geplant
Der Gesetzentwurf hatte auch international Proteste entflammt. Die etwa 200 meist schiitischen Kritikerinnen des Gesetzes forderten in Sprechchören Änderungen an dem Dekret, das Frauen nur unter bestimmten Bedingungen gestattet, sich dem Geschlechtsverkehr mit dem Ehemann zu verweigern.
Gleichberechtigung und islamisches Rechtssystem
Das geplante Gesetz, das Präsident Karsai nun erneut überprüfen lässt, würde nur für die schiitische Minderheit gelten, die ungefähr 15 bis 20 Prozent der mehrheitlich sunnitischen Bevölkerung stellt. In der Verfassung ist für die Schiiten eine eigene Rechtsprechung verankert. Sie schreibt auch die Gleichberechtigung von Frauen und Männern vor. Des Weiteren müssten aber auch alle Gesetze dem islamischen Rechtssystem entsprechen.
(kgr / dpa)

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