Dies gab die Wahlkommission in der ukrainischen Hauptstadt Kiew bekannt. Allerdings ist eine Veränderung des bisherigen Ergebnisses durchaus denkbar, da das Land politisch gespalten ist. Während der Osten und Süden der Ukraine in den russischen Traditionen verwurzelt ist, herrscht im Westen des Landes eher eine pro-europäische Stimmung vor. Noch in der Nacht hatte sich Janukowitsch vor seiner Herausforderin Timoschenko zum Sieger erklärt.
Janukowitsch hatte bei der Ukraine-Wahl 2004 eine NIederlage hinnehmen müssen
Regierungschefin Timoschenko hatte gegenüber Janukowitsch nach der Auszählung von drei Vierteln der Stimmen deutlich aufgeholt und liegt derzeit nur drei Prozent hinter ihrem Rivalen. Sollte die Präsidentschaftswahl mit einer knappen Niederlage Timoschenkos ausgehen, erwarten Beobachter, dass die Politikerin das Wahlergebnis gerichtlich anfechtet und eine Neuauszählung herbeiführen will. Schon 2004 hatte sich Janukowitsch vorzeitig zum Sieger erklärt. Ein Skandal um Wahlfälschung sowie die Massenproteste der Orangenen Revolution hatten schliesslich seine Niederlage zur Folge.
Die Wahlbeteiligung bei der Präsidentschaftswahl lag bei rund 70 Prozent. Etwa 4,5 Prozent der Wahlberechtigten Ukrainer hatten ihre Stimme der Option "Gegen alle" gegeben. Die Bevölkerung erhofft sich durch den Ausgang der Wahl einen Weg aus der innenpolitischen Krise, die seit Jahren anhält. Während Präsident Viktor Juschtschenko für die nach Ansicht der Ukrainer nicht ausreichend umgesetzten Reformversprechen bereits Mitte Januar abgewählt worden war, entscheidet sich Timoschenkos weitere politische Karriere mit dem Ausgang der Wahl.
(sch / dpa)

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