Entgegen einiger südeuropäischer Länder, leidet Irland nicht an strukturellen Problemen des öffentlichen Sektors, dennoch ist das Land stärker als andere weiterhin von der Finanzkrise betroffen. Der überdimensionierte Bankensektor Irlands treibt das Land in eine Schuldenspirale und zahllose Insolvenzen. Seit zwei Wochen wird deswegen über eine mögliche irische Inanspruchnahme des Euro-Rettungsschirms spekuliert. An den europäischen Börsen wurden die irische Staatsanleihen daraufhin mit Risikoaufschlägen von bis zu 6,5 Prozentpunkten gehandelt. Frisches Kapital wird somit für Irland sehr teuer.
Hartnäckig hat sich die Regierung in Dublin gegen die Spekulationen gewehrt. Jetzt aber scheint die externe Hilfe unausweichlich. Für sein Bankensystem könnte Dublin Geld und Garantien des Rettungsschirms beantragen, nicht jedoch für seinen Staatshaushalt, so berichten irische Medien. Der Staatshaushalt sei bis Mitte des kommenden Jahres durchfinanziert, versucht Finanzminister Brian Lenihan zu beruhigen. Der Euro-Rettungsschirm könnte das Bankensystem stabilisieren, gleichzeitig würde Irland die Souveränität über seinen Haushalt erhalten.
(bpc / dpa)

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