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Immer mehr Stiftungen in Deutschland

12. Mai 2013 • Gesellschaft

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihr Geld einfach zu „verschenken“? Die Amerikaner machen es vor: Der Microsoft-Gründer Bill Gates und der legendäre Großinvestor Warren Buffett haben 40 reiche Landsleute überredet, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Früher war Wohltätigkeit ein Privileg der Wohlhabenden. In einem demokratischen Land kann jeder als Stifter sein Geld einem gesellschaftlichen Zweck widmen, und immer mehr Menschen nutzen diese Möglichkeit. So gründete der Unternehmer Carsten Maschmeyer eine Stiftung, die sich für Kinder einsetzt.

Einzahlen für die Ewigkeit

Was sich nach einer verrückten Idee anhört, hat eine lange Tradition. In der Geschichte waren die Menschen immer auf gegenseitige Hilfe angewiesen. Stiften bedeutet nichts anderes, als Geld auf Dauer in sinnvolles Handeln umzuwandeln, ohne dass es sich dabei aufbraucht. Viele Menschen, deren eigene finanzielle Versorgung gesichert ist, denken über die Gründung einer Stiftung nach. Allerdings sollte man das Geld auch übrig haben, da es für den persönlichen Bedarf nicht mehr zur Verfügung steht. Rechtlich gesehen gehören Stiftungen nämlich sich selbst. Der Stifter entscheidet lediglich, welche Ziele aus den Erträgen der Stiftung realisiert werden sollen. Gerade das macht Stiften attraktiv, denn während Barvermögen selten lange Zeiten erhalten bleiben, überdauern Stiftungen viele Generationen.

Stifter werden kann jeder

Jeder kann eine Stiftung gründen, entweder zu Lebzeiten oder auf der Basis eines Erbes. Wem die Gründung einer Stiftung zu aufwendig und teuer ist, kann sich auch einfach mit anderen zusammen tun und eine Bürgerstiftung gründen. Laut Bundesbank verfügen die Deutschen über ein privates Geldvermögen von mehr als 4,8 Billionen Euro, das jedes Jahr an den Anlagemärkten um rund 120 Milliarden Euro wächst. Dazu kommen etwa 150 Milliarden Euro an Erbschaften. Immer mehr Menschen entscheiden sich daher, ihr Vermögen und ihre Kapitalerträge so zu verwenden, dass sie gar nicht erst steuerpflichtig werden. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen teilte mit, dass die Zahl der Stiftungen in Deutschland im Jahr 2012 auf 19.551 gestiegen ist, womit Deutschland Spitzenreiter im europäischen Vergleich ist. Neben den gemeinnützigen Stiftungen gibt es auch eine hohe Anzahl von Familienstiftungen, die der materiellen Absicherung von Familienangehörigen dienen.

Gutes Tun und dem Finanzamt ein Schnippchen schlagen

Wer sich entscheidet, eine Stiftung zu gründen, kann damit sein Leben und das Leben anderer bereichern und seine Gemeinde oder Region kreativ gestalten. Seit der Gemeinnützigkeitsreform 2007 bringt die Gründung einer Stiftung zu Lebzeiten beachtliche Steuervorteile mit sich. Sie können bei der Gründung oder Unterstützung einer Stiftung je nach Einkommen bis zu etwa 50 Prozent der aufgewandten Mittel vom Finanzamt zurückbekommen – zusätzlich zu der inneren Befriedigung, etwas Gutes zu tun.

Bildurheber: Svort (Fotolia)

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