Die Ganztagsbetreuung von Grundschülern betreffend, zeichnet sich ein starkes Ost-West-Gefälle innerhalb Deutschlands ab. Während in den neuen Bundesländern drei Viertel der Kinder nach der Schule in einem hort betreut werden, werden in Westdeutschland nur etwa 21 Prozent der Grundschüler auch nachmittags betreut. Das hat jetzt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben. Den größten Nachholbedarf hat demzufolge Baden-Württemberg - nur 13 Prozent der Grundschüler nutzen dort ein entsprechendes Angebot. Auch in Niedersachsen (15 Prozent) und Bayern (16 Prozent) sieht die Situation ähnlich aus.
Unterschiede auch in der Qualität
Aber nicht nur den Umfang sondern auch die Qualität der Ganztagsbetreuung betreffend, wurden Unterschiede festgestellt. Während die Kinder im Osten überwiegend in Horten betreut werden, hat sich im Wetsen das Konzept der offenen Ganztagsschule, der klassischen Halbtagsschule mit freiwilliger Betreuung am Nachmittag durchgesetzt. Ein deutschlandweiter vergleich hat gezeigt, dass das Personal in Horten besser ausgebildet ist, als in den Ganztagsschulen, für die nur in etwa der Hälfte der Bundesländer Regelungen zur Personalausstattung, Anforderungen an die Qualifikation des Personals oder zur maximalen Gruppengröße bestehen.
Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Ganztagsschule
Jörg Träger, der bei der Bertelsmann-Stiftung für den Bereich Bildung verantwortlich ist, fordert einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer deutschen Ganztagsschule. Denn nur durch ein "verlässliches ganztagsangebot" können die Bildungschancen der Kinder und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern verbessert werden. (rma)

Keine Kommentare
Drucken
Versenden

zum Bildarchiv


mehr Schlagzeilen
Kommentar schreiben