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HSV-Coach Hecking muss «niemanden wachrütteln»

16. September 2019 • Fussball

Hamburg – Für das brisante Stadtduell beim FC St. Pauli braucht HSV-Trainer Dieter Hecking keine besonderen Motivationstricks.

«Vor einem Derby brauche ich niemanden wachzurütteln. Um 20.30 Uhr sollte bei allen der Wecker geklingelt haben», sagte der erfahrene Coach des Hamburger SV vor dem Abschlusstraining.

Vor gut sechs Monaten triumphierte der HSV in der zweiten Fußball-Bundesliga mit 4:0 am Millerntor, doch von der damaligen Elf ist nicht mehr viel übrig. In Rick van Drongelen und Khaled Narey werden am Montag (20.30 Uhr/Sky) voraussichtlich nur zwei HSV-Profis in der Startelf stehen, die am 10. März heftig gefeiert, anschließend aber den Bundesliga-Aufstieg noch leichtfertig verspielt hatten.

Aus seinem runderneuerten Kader will Hecking erst recht eine hochmotivierte Elf aufbieten, die vom Lokalrivalen erneut drei Punkte mitnimmt und damit den sehr guten Saisonstart krönt. Er erwartet gerade nach der klaren Niederlage im März einen motivierten Gegner, der es «besser machen will», wie es der Trainer formulierte.

Genau so sieht es auch sein Kollege Jos Luhukay, dessen Team zuletzt vier Punkte aus zwei Spielen holte und einen klaren Aufwärtstrend zeigte: «Ein Derby gibt immer eine besondere Stimulanz. Wir freuen uns auf ein reizvolles Spiel gegen die beste Mannschaft der Liga und werden unsere Chance suchen», fügte der Niederländer hinzu.

Dass der in der unteren Saisonhälfte platzierte Kiezclub (5) die Punkte nötiger haben könnte als der bisherige Spitzenreiter HSV (13), kann Hecking nicht nachvollziehen. Im Gegenteil: «Nein! Außerdem bin ich froh über jeden Punkt, der schon da ist», sagte der HSV-Coach.

Offen blieb, wen er als Ersatz für Rechtsverteidiger Jan Gyamerah (Wadenbeinbruch) aufbieten wird. In Narey, Jeremy Dudziak und Josha Vagnoman kommt ein Trio in Betracht. «Ich habe drei Kandidaten ins Casting geschickt und traue allen dreien zu, auf der Position ein gutes Spiel zu machen.» Er wolle «aus dem Bauch heraus» entscheiden. «Ich habe eine Mannschaft im Kopf, aber ich habe mich auf der einen oder anderen Position noch nicht endgültig entschieden», betonte der 55-Jährige. Auch der zuletzt verletzte Kapitän Aaron Hunt und Last-Minute-Zugang Martin Harnik seien Optionen.

Nach den Vorgängen im März, als das Match nach diversen Vorfällen mit Pyrotechnik vor dem Abbruch stand, hoffen beide Vereine, dass es diesmal zwischen beiden rivalisierenden Fan-Lagern gesitteter zugeht. «Dann bekommt dieses Derby auch den Rahmen, den es verdient», sagte Alexander Meier, der in seiner Karriere für beide Clubs gespielt und im März noch für St. Pauli auf dem Rasen gestanden hat. Dem Stürmer ist die besondere Bedeutung des Aufeinandertreffens der beiden so ungleichen Clubs umso bewusster. «Gerade in der 2. Liga ist es das Spiel mit der größten Strahlkraft. Es wäre sicherlich kein Problem gewesen, 100.000 Karten zu verkaufen. Das sagt ja schon alles aus über die Bedeutung», sagte Meier. Das ausverkaufte Millerntor-Stadion bietet aber nur 29.546 Zuschauern Platz.

Fotocredits: Axel Heimken
(dpa)

(dpa)

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