Der israelische Nationalfeiertag Jom ha-Schoah begann am Vorabend des 12. April, als sechs Fackeln während der Eröffnungszeremonie entzündet wurden. Sie stehen symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Nationalsozialismus.
Der Holocaust-Gedenktag, der auch von vielen anderen Staaten übernommen wurde, wird in Israel in der Gedenkstätte Yad Vashem begangen. Am Morgen heulten um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen, die Menschen verharrten dort, wo sie sich gerade befanden, legte die Arbeit nieder und gedachten schweigend der Opfer des Völkermordes.
Öffentliches Leben steht still
Alle Flaggen des Landes wehen auf Halbmast, das öffentliche Leben ist während des gesamten Tages verlangsamt oder steht still. Viele öffentliche Einrichtungen haben geschlossen, die Medien bringen keine Unterhaltungssendungen sondern Dokumentationen und Trauermusik. An Jom ha-Schoah wird den Opfern auch mit einem Gedenkmarsch, dem sogenannten „Marsch der Lebenden“ vom Konzentrationslager Auschwitz nach Birkenau gedacht, der die Todesmärsche kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges symbolisiert.
200.000 Überlebende in Israel
Jom ha-Schoah wurde unter David Ben Gurion und Jitzchak Ben Tzwi 1951 per Gesetz in Israel eingeführt. Streng gläubige Juden begehen den Tag nicht, da die jüdische Tradition Trauertage im Monat Nisan verbietet. Den Opfern des Holocaustes gedenken die ultraorthodoxen Juden an alt überlieferten Trauertagen, wie Tischa beAv.
In Israel leben heute noch mehr als 200.000 Überlebende der Schoa - das grosse Unheil, welches die deutschen Nationalsozialisten über das jüdische Volk gebracht haben.
(hkn)

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