Der 10. Todestag von Hannelore Kohl am 05. Juli ist der Grund für zahlreiche Bücher über das Leben des Paares Kohl und das Privatleben des Altbundeskanzlers. Die Bücher haben eine breite Berichterstattung über Kohl ausgelöst und werden diskutiert. Nun hat sich der 80-Jährige selbst zu Wort gemeldet. "Die öffentliche Zurschaustellung und Vermarktung meines Privatlebens durch Dritte empfinde ich als unangemessen". So heißt es in einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Erklärung seines Büros. Die Veröffentlichungen überschritten die Grenzen von Geschmack und Anstand weit und stünden "in wesentlichen Punkten mit der Wahrheit nicht in Einklang. Ich bitte um Respekt für meine Privatsphäre und überlasse es der Öffentlichkeit, selbst zu beurteilen, welche Interessen den Publikationen in Wahrheit zugrunde liegen."
Buch als Abrechnung mit dem Vater
Der Journalist Heribert Schwan, langjähriger Begleiter Hannelore Kohls, hat jüngst ein Buch über sie veröffentlicht: "Die Frau an seiner Seite - Leben und Leiden der Hannelore Kohl". Es schildert Hannelore Kohl als eine extrem einsame Frau, die unter vielen Zwängen leidend über Jahre an diesen zugrunde ging. Sie starb durch Suizid und begründete dies in einem Abschiedsbrief mit ihrer Erkrankung an einer seltenen und schmerzhaften Lichtallergie. Helmut Kohls jüngerer Sohn Walter hat Anfang des Jahres das Buch "Leben oder gelebt werden" geschrieben, eine bittere Anklage und Abrechnung mit dem Vater.
(jak / dpa)

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