"Neben vielen Dingen wie Hierarchie, Führungsfiguren und so weiter spielt natürlich auch eine grundlegende Rolle die sportliche Qualität. Deswegen würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon sprechen, dass wir die Perspektive haben, eine Top-Mannschaft zu werden", erklärte das Handball-Urgestein, nach der deprimierenden 25:35- Niederlage zum Hauptrunden-Abschluss in Jönköping gegen Norwegen. Platz elf oder zwölf wird am Ende zu Buche stehen - nie in den vergangenen 73 Jahren war eine deutsche Mannschaft schlechter, wenn sie ein WM-Turnier gespielt hat.
Brand ist enttäuscht und sorgt sich um die Zukunft des deutschen Handballs
Aber nicht nur die Mannschaft, auch der 58-Jährige Trainer scheint nach dieser Enttäuschung am Scheideweg zu stehen. Er ließ nach dem Spiel am Dienstag eine Entscheidung, ob er seinen bis 2013 laufenden Vertrag erfüllt, offen. "Ich werde das wie alles andere auch mit dem Präsidium besprechen, mit dem ich sehr gut über die ganzen Jahre hinweg zusammen gearbeitet habe und noch arbeite".
Vize-Präsident Horst Bredemeier hat sich schon hinter Brand gestellt. "Von meiner Seite gibt es keine Trainer- Diskussion. Wir wären froh, wenn es weiter geht entsprechend des Vertrages", sagte er demonstrativ. Brands Rücktritt erwartet er nicht. "Im Augenblick halte ich das nicht für möglich."
Zum ersten Mal seit EM-Silber 2002 in Schweden hatte der Bundestrainer keine Spielerausfälle zu beklagen und dennoch war sein Team wegen schwankender Leistungen nur phasenweise konkurrenzfähig. "Wir haben nicht die Leute, die die Verantwortung in Spitzenmannschaften tragen. Ich kann nicht sagen, da sind einige Weltmeister geworden. Die waren 2007 dabei, aber die waren nicht die zentralen Personen. Auf der anderen Seite muss man sagen: Nennt mir einen. Vielleicht auch jüngere mit Perspektive. Da herrscht nämlich Schweigen hier. Und bei mir auch", so der Bundestrainer in die Runde der Journalisten.
"Letzten Endes ist das eine Entwicklung, vor der ich immer gewarnt habe, aber die ich auch versucht habe zu verhindern und auch geglaubt habe, es zu schaffen. Diesmal hat es nicht hingehauen", gab Brand zu bedenken.
Eine bessere Nachwuchsarbeit ist das Rezept, um auch in Zukunft wieder Erfolg zu haben. (NCA)

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