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«Haben unglaubliche Kraft»: Rapinoe nutzt die große Bühne

24. September 2019 • Fussball

Mailand – Megan Rapinoe ging auf die große Bühne der Mailänder Scala – und nutzte sie.

«Wir haben die einzigartige Möglichkeit im Fußball, anders als in jedem anderen Sport, dieses wundervolle Spiel zu nutzen, um die Welt zum Besseren zu verändern», sagte die neue Weltfußballerin mit eindringlicher Stimme in Richtung der Dutzenden Weltstars im Publikum. «Das ist meine Aufgabe an euch. Ich hoffe, ihr nehmt sie euch zu Herzen und tut etwas. Wir haben unglaubliche Kraft in diesem Raum.»

Die 34 Jahre alte US-Weltmeisterin, die von der FIFA als Weltbeste ausgezeichnet wurde, erinnerte an den dringend notwendigen Kampf gegen Rassismus, Homophobie und für Gleichberechtigung. Wenn tatsächlich eine «bedeutsame Veränderung» geschafft werden wolle, müsse sich jeder «empören», nicht nur die Betroffenen. Als Beispiele nannte sie unter anderem die rassistischen Anfeindungen gegen den Engländer Raheem Sterling und die junge Iranerin Sahar Khodayari, die sich aus Protest gegen das Stadionverbot für Frauen in ihrem Heimatland selbst in Brand gesetzt hatte und an ihren Verletzungen gestorben war.

Rapinoe, die bei der WM im Sommer in Frankreich als beste Spielerin des Turniers und Torschützenkönigin ausgezeichnet worden war, hatte schon das Rampenlicht des WM-Titels genutzt, um gegen Missstände und auch die Politik von US-Präsident Donald Trump zu mobilisieren. «Ich bin sehr glücklich, diese Plattform zu haben, die anscheinend jeden Tag größer wird», sagte sie im Anschluss an die FIFA-Gala. «Ich habe vor, sie zu nutzen.»

Der silberne Pokal für die Weltfußballerin sei «toll, natürlich», sagte die Offensivspielerin, die ohne ihre Lebensgefährtin, dafür aber mit ihrer Zwillingsschwester nach Italien gekommen war. «Aber ich mache das nicht für individuelle Auszeichnungen. Auch der WM-Titel war unglaublich. Aber wenn wir auf alles zurückblicken, sollte uns bewusst werden, dass wir das Spiel verändert haben und ein Teil davon gewesen sind, die Welt zu verändern.»

Fotocredits: Antonio Calanni
(dpa)

(dpa)

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