"Das jüngste Gericht" in Griechenland wird nach Einschätzung der Journalisten besonders den Kleinhändlern und Mittelständlern bevorstehen, denn ohne ausreichende Löhne werde es auch keinen Konsum geben. Die regierungsnahe Zeitung "To Vima" schrieb sarkastisch, dass alle ärmer sein werden, damit der Staat nicht bankrott gehe. Die oppositionelle "Vradyni" prophezeit, dass der Markt komplett aussterben werde. Mit einem schlichten "Gott helfe uns" versucht die konservative Zeitung "Apogevmatini" das langsame Aussterben des Marktes sowie drohende Unruhen abzuwenden.
Am Vortag, dem 3. März, der den Griechen wohl länger im Gedächtnis haften bleiben wird, verkündete der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou ein noch schärferes Sparprogramm, um der Schuldenkrise des Landes Herr zu werden. Die Renten werden über Jahre stagnieren, Weihnachts-, Oster- und Urlaubsgeld wurden um bis zu 30 Prozent gekürzt, die Löhne von Staatsbediensteten wurden verringert und die Mehrwertsteuer zum Teil drastisch erhöht.
Verkauf von Staatseigentum
FDP- und CDU-Politiker aus Deutschland mahnten die griechische Regierung, Staatseigentum zu verkaufen um die Schulden zurückzuzahlen. Dazu können Gebäude, Firmen und unbewohnte Inseln zählen.
Unter strenger Aufsicht der EU wird das Anti-Schuldenprogramm in Griechenland durchgeführt. Bis 2012 soll die Neuverschuldung unter drei Prozent der Wirtschaftsleistung liegen, was nur mit enormen Einsparungen erreicht werden kann. Die Europäische Währungsunion muss Griechenland zu den Schritten zwingen, da ansonsten der Wert des Euros in Mitleidenschaft gezogen wird und schliesslich alle EU-Länder betroffen sein werden.
(hkn / dpa)

Keine Kommentare
Drucken
Versenden


zum Bildarchiv

mehr Schlagzeilen





Kommentar schreiben