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29. Oktober 2008, 12:19 Uhr
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WWF Report 2008

Globaler Umwelt-Raubbau hat drastisch zugenommen

Die Umweltstiftung WWF hat ermittelt, ist die Erde jedes Jahr mehr vom Umwelt-Raubbau bedroht und das hat mittlerweile dramatische Ausmaße angenommen.
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Regenwald auf der Ilha do Cardoso in Brasilien.
Regenwald auf der Ilha do Cardoso in Brasilien.
Quelle: dpa
Laut aktuellen Meldungen des WWF (Worldwide Fund for Nature) hat der weltweite Raubbau der Erde in den letzen Jahren dramatisch zugenommen. Die Umweltstiftung hat ihre Erkenntnisse dazu in einem Bericht in "Living Planet Report 2008" zusammengefasst.

In der letzten Studie vor zwei Jahren waren die Veränderungen auch schon dramatisch, aber von 2006 bis heute hat sich die Situation nochmals erheblich verschlechtert. In dem Bericht heißt es, dass die Ressourcen immer schneller aufgebraucht werden und der Konsum der Menschen Überhand nimmt. "Wir übersteigen mit unserem Konsum die vorhandenen Möglichkeiten um ein Drittel", sagte der Naturschutzdirektor von WWF Christoph Heinrich.

Sofern der momentane Verbrauch der Bevölkerung weiter voranschreitet wie bisher, dann würden 2035 bereits zwei Planeten notwendig sein, um dem globalen Konsumanspruch für Nahrung, Energie und Fläche decken zu können. In dem Bericht von 2006 rechnete man mit einer drastischen Situation dieser Art erst im Jahr 2050. Der WWF sieht die derzeitigen Probleme als äußerst gravierend an und ruft deshalb umgehend zu globalen Maßnahmenpaketen auf.

Laut dem Report der Umweltstiftung ist zudem die Artenvielfalt immer noch stark bedroht. Nach Angaben des Livin-Planet-Index haben sich die Bestände von 1.700 Wirbeltierarten weltweit in den letzten 35 Jahren um mehr als 30 Prozent verschlechtert. Zwar konnte in den Gebieten der gemäßigten Klimazonen der Rückgang der ersterbenden Tierarten weitgehend gestoppt werden, aber dennoch weist der gesamte Index auf einen dramatischen Rückgang der Tierarten hin.

Nach Ansicht des Naturschutzdirektors wird die globale ökologische Krise die Erde wesentlich mehr treffen als die derzeitige Finanzkrise "und früher oder später das Wohlergehen und die Entwicklung aller Nationen gefährden", sagte Heinrich. Grund für diese dramatischen Aussichten sind vor allem die globale Abholzung von Wäldern, der Klimawandel, die erhöhte Umweltverschmutzung und die Überfischung. "Mehr als drei Viertel der Menschheit leben mittlerweile in Ländern, die ökologische Schuldner sind - das heisst, der nationale Konsum übersteigt die Biokapazität des Landes", sagte der Generaldirektor von WWF International James P. Leape.

Im internationalen Vergleich steht Deutschland auf Platz 30 im Vergleich des "ökologischen Fussabdrucks", was über dem globalen Mittelwert liegt. Unter dem Begriff versteht man eine komplexe Messgröße zum Erfassen der Inanspruchnahme der Ökosysteme und Arten. Großbritannien, Frankreich und Österreich haben sich noch auf den vorderen Rängen positioniert, aber die USA und China sind die größten "ökologischen Schuldner" der Erde.

Um die dramatischen Ergebnisse der WWF für die Zukunft noch einlenken zu können, müssen insbesondere im Energiesektor Veränderungen vorgenommen werden. Laut Studien aus dem Jahr 2005 hatte die Energieproduktion in dem Jahr durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Erdgas annähernd 45 Prozent des globalen "ökologischen Fussabdruck" ausgemacht. (slm / dpa)
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