Schnell wurden böse Stimmen laut, die dem Weltmeister Schauspielerei vorwarfen. Vettel habe den Getriebeschaden bloß simuliert um seinem Teamkollegen den Sieg zu schenken, heißt es.
Statt sich darüber freuen zu können, dass er mit einem beschädigten Auto den zweiten Platz des großen Preises von Sao Paulo erreicht hat, musste sich Sebastian Vettel am Sonntag nach dem Rennen zunächst böse Vorwürfe anhören. Völlig außer sich war er über den Verdacht, er habe geschummelt und geschauspielert, den Getriebeschaden nur simuliert, damit sein Teamkollege Mark Webber auch mal gewinnen kann. Der Weltmeister wies vehement alle Vorwürfe von sich und beharrt darauf, ein Getriebeproblem gehabt zu haben.
Die italienische Presse zerreißt den Weltmeister
Vor allem die italienische Presse zerriss Vettel in der Luft. "Sie reden von Problemen mit der Schaltung, doch dahinter steckt eine Stallorder. Kannibale Vettel macht seinem Teamkollegen Webber ein Geschenk und lässt ihm den letzten Krümel eines riesigen Festmahls“, hieß es im "Corriere della Sera". Und auch die römische Tageszeitung "La Repubblica" ließ kein gutes Haar am Weltmeister: "Vettel ist ein Monster-Pilot, über seine Cleverness lässt sich manchmal streiten. Rennstall-Richtlinien sind allgemein akzeptiert, doch Vettel sollte nicht stundenlang seine Schaltung verteufeln.“
Kritiker wird es immer geben
Teamchef Christian Horner lassen die Meldungen ziemlich kalt. Irgenwelche Leute werden immer solche Theorien haben, erklärt er und versicherte ebenfalls, dass ein schweres Problem Vettel ausgebremst habe. Wie das Auto trotz des Schadens so lange gehalten hat, ist derweil unklar. Er habe da gepusht, wo er konnte - in den Kurven - erklärt Vettel. Auf den Geraden dagegen habe er viel früher hochschalten müssen. Insgesamt sei es ihm gelungen, die Zahl der Schaltvorgänge so gering wie möglich zu halten.
Lob für Vettel aus England
Aber nicht alle hacken auf dem Weltmeister rum. Vizeweltmeister Button, der ihn trotz der angeblichen Probleme nicht einholen konnte, nahm seinen Kollegen in Schutz. Er könne es zwar nur von außen beurteilen, aber als Pilot lerne man, seine Fahrweise an bestimmte Situationen anzupassen, dafür werde man schließlich bezahlt. Und auch die englische Presse glaubt die Red Bull-Version vom Getriebeschaden und so bekommt Vettel doch noch das verdiente Lob für seine meisterliche Leistung, mit einem defekten Auto auf Platz zwei zu fahren. Hier weitere News aus dem Motorsport. (rma)

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