Ein nationaler Forschungsverbund unter der Leitung des Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung arbeitet seit 2009 an der Digitalisierung sämtlicher in deutschen Bibliotheken noch vorhandener Schulbücher und Lehrwerke seit dem 17. Jahrhundert an. Ziel ist es, Schulbücher formal und inhaltlich zu erschliessen, sie im Volltext digital aufzubereiten samt aller zur Verfügung stehender Abbildungen und diese der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Digitalisierung setzt im 17. Jahrhundert an wird bis an das Ende des Nationalsozialismus reichen.
Wissenschaftlern, Studenten und Interessierten soll erstmals öffentlich ein einmaliger Quellenbestand zugänglich gemacht werden. Dabei stehen nicht nur Forschungsfragen der Bildung von Nationalstaaten, staatlicher Erinnerungspolitik und Identitätsbildung im Vordergrund, sondern ebenso die Entwicklung von Lehrbüchern und Lehrinhalten.
Darüber hinaus garantiert die Digitalisierung des oftmals schwer zugänglichen deutschen Schulbuchbestandes eine langfristige Sicherung. Prof. Dr. Eckhardt Fuchs, stellvertretender Direktor des Georg-Eckert-Instituts ist stolz auf das von der DFG geförderten Projekt GEI-Digital: „Mit GEI-Digital stellen wir der internationalen Schulbuchforschung, der Lehre und der breiteren Öffentlichkeit eine wichtige Ressource zur Verfügung, auf die erstmals direkt am Arbeitsplatz zugegriffen werden kann“.
Projektphasen von GEI-Digital
Gei.digital wird in mehreren Phasen abgewickelt. Zunächst werden die Geschichtsbücher des Kaiserreichs (1871 - 1914) digitalisiert. Hierbei handelt es sich um etwa 1750 Bände. Unter www.gei.digital.de sind bereits über 200 Schulbücher abrufbar. Es schliessen sich die Projektphasen Geschichtsschulbücher Anfänge bis Kaiserreich (- 1870) und Weimarer Republik (1919 - 1932), ca. 1800 Bände, Lesebücher bis 1899 (ca. 2000 Bände), Lesebücher 1900 - 1932 (ca. 1700 Bände), Geographielehrerbücher und Realien von den Anfängen bis 1932 (ca. 1800 Bände) , Staatsbürgerkunde bzw. deren Anfänge als Staatskunde, Bürgerkunde, Vaterlandskunde - Anfänge bis 1932 (ca. 250 Bände) und Schulbücher des Nationalsozialismus, alle Fächer 1933 - 1945 (ca. 1500 Bände) an.
Forschungsverbund realisiert GEI-Digital
GEI-Digital wird von sieben Forschungseinrichtung in mehrjähriger Arbeit realisiert. Das Projekt steht unter der Leitung des Georg-Eckert-Institut für internationale Schlbuchforschung (GEI). Daneben wirken das Digitalisierungszentrum der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, die Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für internationale pädagogische Forschung, die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, die Universitätsbibliothek Augsburg mit. Die technische Umsetzung der Digitalisierung erfolgt unter Mitwirkung des Gauß-IT-Zentrums der Technischen Universität Braunschweig, des MIK-Center in Berlin und der Firma Intrada, die die Digitalisierungsplattform Goobi entworfen hat.
Die bisherigen und kommenden Digitalisierungen des deutschen Schulbuchbestandes können unter www.gei.digital.de angesehen und studiert werden.
(bpc)

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