Beim SPD-Bundesparteitag in Berlin erhielt Sigmar Gabriel 91,6 Prozent. Von den insgesamt 488 gültigen Stimmen stimmten 447 Delegierte für ihn. Es gab 33 Nein-Stimmen und acht Enthaltungen. Vor zwei Jahren hatten bei seiner Wahl zum Nachfolger von Franz Müntefering noch 94,2 Prozent für ihn gestimmt. Zuvor hatte Gabriel mit einer kämpferischen Rede den Regierungsanspruch der SPD bekräftigt.
Gabriel sieht Partei im Aufwind
Nachdem die SPD bei acht Landtagswahlen acht Mal die Regierungsbeteiligung geschafft hat, sieht der frühere Bundesumweltminister seine Partei im Aufwind. Allerdings liegt die SPD in Umfragen mit rund 30 Prozent immer noch etwa fünf Prozentpunkte hinter der Union von Kanzlerin Angela Merkel.
Parteireform für mehr Mitbestimmung
Die knapp 500.000 Parteimitglieder sollen mit der umfassendsten Parteireform der vergangenen 20 Jahre bei der Kandidatenaufstellung für Ämter und Mandate mehr mitbestimmen können. Einer der fünf Stellvertreter Gabriels soll die Hamburger Bundestagsabgeordnete Aydan Özoguz werden. Damit wäre die 44-Jährige die erste SPD-Vizevorsitzende mit türkischen Wurzeln.
Am Montag treten erneut die bisherigen Stellvertreter Hannelore Kraft, Manuela Schwesig, Klaus Wowereit und Olaf Scholz an. Auch Generalsekretärin Andrea Nahles stellt sich zur Wiederwahl. Wegen der am Sonntag beschlossenen Verkleinerung des Parteivorstands auf 35 Mitglieder sind hier Kampfkandidaturen zu erwarten - es wollen rund zehn Bewerber mehr antreten als es Plätze gibt. (fhe / dpa)

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