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François Hollande bekräftigt Abzug französischer Kampftruppen aus Afghanistan bis 2013

25. Mai 2012 • Politik

Frankreichs neuer Präsident François Hollande bekräftigte erneut sein Vorhaben, die französischen Kampftruppen noch innerhalb dieses Jahres aus Afghanistan abzuziehen, hat dem Land aber zugleich militärische und zivile Zusammenarbeit bis 2014 zugesagt.

“Nach 2012 werden keine französischen Kampftruppen in Afghanistan mehr verbleiben”, bestätigte Hollande nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai am Freitag während eines Überraschungsbesuchs in der Hauptstadt Kabul. Etwa 600 afghanische Soldaten seien bis zum Ende des Jahres bereit, der ostafghanischen Provinz Kapisa, in der die meisten der derzeit noch 3.400 französischen Soldaten in Afghanistan stationiert sind, die Verantwortung zu übergeben.

Abzug betrifft lediglich Kampftruppen

In einer Rede von der französischen Botschaft in Kabul betonte Hollande, dass der Abzug nicht alle in Afghanistan stationierten Soldaten betreffe. ”Ich rede von Kampftruppen – es wird aber weiter eine militärische Präsenz geben.” Frankreich will sich künftig vor allem auf die Stromversorgung, Gesundheitsvorsorge und Landwirtschaft konzentrieren.

Indes hielt Karsai die Truppenstellernationen dazu an, ihre Zusagen einzuhalten. Am Freitagmorgen war Hollande zu seinem ersten Besuch mit dem afghanischen Präsidenten eingetroffen, bei dem er unter anderem den vorzeitigen Abzug der französischen Kampftruppen erläutern wollte. Am Sonntag hatte der Nachfolger von Nicolas Sarkozy den umstrittenen Plan beim Nato-Gipfel in Chicago durchgesetzt. Es ewar eines der Wahlkampfversprechen des 57-Jährigen.

Gedenken an 83 getötete französische Soldaten

Aus Sicherheitsgründen war die Reise bis zuletzt geheim gehalten worden. Nach der Landung am Morgen in Kabul, flog der Hollande zunächst zum französischen Militärstützpunkt Nidschrab in Kapisa. Dort führte der Sozialist Gespräche mit Militärs und gedachte den 83 französischen Soldaten, die seit Beginn des Militäreinsatzes in Afghanistan ihr Leben ließen.

Hollande plant, die französischen Kampftruppen bis Ende 2012 aus Afghanistan abzuziehen. Danach sollen nur noch Ausbilder im Land bleiben. Für sein Vorhaben erntete der 57-Jährige zum Teil massive Kritik, da sich Frankreich als Teil der Nato ursprünglich dazu verpflichtet hatte, den gemeinsamen Kampfeinsatz erst 2014 zu beenden.

Neue Phase des französischen Engagements

Trotz der vorzeitigen Truppenabzüge wünsche sich Hollande eine langfristige Zusammenarbeit, teilte der Élyséepalast mit. Als Grundlage diene der Freundschafts- und Kooperationsvertrag, der zum Jahresanfang von Sarkozy unterzeichnet worden war. Das französische Engagement in Afghanistan sei in eine neue Phase eingetreten, betonte Hollande in der Provinz Kapisa.

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