Etwa eine halbe Million Kinder sind in australischen Heimen und Waisenhäusern vernachlässigt und teilweise auch missbraucht worden. Tausende Kinder waren aus armen und kaputten Familien gerissen und nach Australien gebracht worden. Dabei wurde vielen vorgemacht, ihre Eltern seien tot, häufig wurden Geschwister getrennt und so ganze Familien zerstört. Vor mehr als 1.000 Opfern entschuldigte sich Kevin Rudd im Parlament: «Wir räumen die Lügen ein, die euch und euren Müttern und Vätern erzählt wurden, und den Schmerz, den diese Lügen euer Leben lang verursacht haben.»
Auch Grossbritannien will sich bei den abgeschobenen Waisen des Empire entschuldigen
Nachdem sich Rudd im vergangenen Jahr bereits bei den australischen Ureinwohnern entschuldigt hatte, die als Kinder in grosser Zahl aus ihren Familien gerissen und in Heimen untergebracht worden waren, richtete sich Kevin Rudd vor allem an die Kinder, die zwischen 1947 und 1967 aus Grossbritannien nach Australien gebracht worden waren. Die heute 70-jährige Saundra Chapman, die 1947 in ein Waisenheim in Melbourn eingewiesen wurde, erinnert sich: "Es war ein Höllenloch, der brutalste Platz auf der Welt». Auch die britischen Behörden wollen sich jetzt bei den abgeschobenen Kindern entschuldigen. Mehr als 150.000 Kinder aus schwierigen Verhältnissen wurden insgesamt aus Grossbritannien abgeschoben. Diese Kinder sind heute als "Waisen des Empire" bekannt.
(sdf / dpa)

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