Andreas Pohlmann ist Vorstandsmitglied der Ferrostaal AG und ist an der Aufarbeitung des Unternehmensinternen Korruptionsskandals beteiligt. Vor noch nicht allzu langer Zeit war er bei Siemens mit der gleichen Aufgabe betraut. In beiden Fällen hat er ein Amnestieprogramm für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter installiert. Demnach können Beschäftigte im Gegenzug für Informationen über Schmiergeldzahlungen ihren Job behalten und werden von Ferrostaal (bzw. vorher Siemens) nicht auf Schadenersatz verklagt.
Nach Angaben des Vorstandes von Ferrostaal hat sich seit Ende Mai eine Personenzahl im mittleren zweistelligen Bereich gemeldet. In einigen Fällen handelt es sich dabei lediglich um Bagatelle, gleichzeitig ist aber auch von verdächtigen Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe die Rede. Nach Andreas Pohlmanns Darstellung hat der Umfang der Schmiergeldaffäre bei Ferrostaal gemessen an der Unternehmensgrösse die Dimensionen bei Siemens bereits übertroffen.
Ferrostaal ist ein Industrieleister, das oftmals für andere deutsche Konzerne Grossaufträge anbahnt und abwickelt. Die Essener AG soll über Jahre hinweg den Verkauf von Grossanlagen und Rüstungsgütern ins Ausland mit Schmiergeldern unterstützt haben. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungsverfahren gegen mehr als zehn Personen aufgenommen. Darunter ist auch der inzwischen zurückgetretenen Vorstandsvorsitzenden der Ferrostaal AG, Matthias Mitscherlich. (bpc / ddp)

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