
Bayerische Hausärzte wollen aus dem Kassensystem aussteigen - gegen den Willen der AOK. Die Krankenversicherung zog jetzt Konsequenzen.
Quelle: dpa
Damit reagiere man auf die Androhung des Verbandes, aus dem Kassenarztsystem auszusteigen, teilte die AOK in München mit. Mit der fristlosen Kündigung hat der Honorarstreit zwischen Ärzten und AOK einen neuen Höhepunkt erreicht.
Konsequenzen für die Patienten
Für die Patienten hat die Kündigung laut AOK zunächst keine Folgen. Sie könnten sich beim Arzt weiterhin mit ihrer Versichertenkarte behandeln lassen. "Die Versorgungssicherheit der Patienten ist vollumfänglich gewährleistet", betonte der Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, Helmut Platzer.
Die AOK stehe unverändert zur Idee der Hausarztverträge, es sei aber unzumutbar, mit einem Verband zusammenzuarbeiten, der sich rechtswidrig verhalte, sagte Platzer. Die bayerischen Hausärzte wollen am 22. Dezember kollektiv ihre Kassenzulassung zurückgeben, um höhere Honorare zu erzielen. Die AOK warnte, ein solcher Systemausstieg bedrohe nicht nur die ambulante Versorgung der bayerischen Bevölkerung, sondern auch die wirtschaftliche Existenz Tausender Arztpraxen.
Was fordern die Hausärzte?
Die beteiligten Ärzte könnten Patienten künftig nur noch gegen Privatrechnung behandeln und müssten gegebenenfalls jahrelang auf eine Wiederzulassung als Vertragsarzt warten.
Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) warnte die Ärzte vor unbedachten Entscheidungen. Jeder solle sich genau die rechtlichen Folgen eines Ausstieges aus dem Kassensystem überlegen, sagte Söder der "Süddeutschen Zeitung". "Die Rückgabe der Kassenzulassung ist ein One-way-ticket. Wer draußen ist, ist draußen." In Bayern gebe es schon jetzt eine Überversorgung mit Ärzten. Er rate den Hausärzten deshalb, mit dem Ehepartner und der Bank zu reden, bevor sie aus dem System ausstiegen. (pat / ddp/dapd)

Keine Kommentare
Drucken
Versenden


zum Bildarchiv


mehr Schlagzeilen





Kommentar schreiben