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Erfolgreich, schlau, mutig: So führen Frauen im Mittelstand

Erfolgreich, schlau, mutig: So führen Frauen im Mittelstand

4. Juli 2016 • Wirtschaft

Jedes fünfte deutsche mittelständische Unternehmen wird von einer Frau geleitet. In großen Unternehmen zeigt sich ein völlig anderes Bild: Hier sind laut einer aktuellen Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) lediglich 4,8 Prozent aller Spitzenpositionen von weiblichen Mitarbeitern besetzt. Obwohl die deutsche Politik gern deutlich mehr Frauen in Führungspositionen sehen würde, verändert sich an diesem Anteil nur wenig.

Wie steht’s um die Chancen von Frauen im Chefsessel?

Je mehr Frauen ein eigenes Unternehmen gründen, desto größer wird die Zahl weiblicher Führungskräfte – so die Einschätzung des KfW-Chefvolkswirts Jörg Zeuner. In Unternehmen, die schon länger im Markt tätig sind, ist der Aufstieg auf der Karriereleiter meistens ein steiniger Weg – es gibt häufig feste Hierarchien und Seilschaften, die das Vorankommen erschweren. Die Tatsache, dass die Zahl von Unternehmensgründungen durch Frauen ansteigt, lässt hoffen: Vor allem im Mittelstand dürfte laut Zeuner das Gesicht der Führungsriege damit weiblicher werden.

Mehr Umsatz – weniger Frauen in Führungspositionen

Der Mittelstand nimmt in Deutschland viel Raum ein: Es gibt etwa 3,6 Millionen Firmen, die diesem Bereich angehören. Bei ihnen handelt es sich überwiegend um kleinere Dienstleister wie Pflegeanbieter, Anwaltskanzleien, Weiterbildungsinstitute, PR-Büros oder Finanz- und Personalberatungen: Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist im Verhältnis zur deutschen Gesamtwirtschaft eher unterproportional. Vier Millionen Menschen sind im Mittelstand tätig – etwa 15 Milliarden Euro wurden hier im Jahr 2015 investiert. Knapp 700.000 dieser Betriebe werden von einer Frau geleitet.

Je höher die Umsatzzahlen, desto seltener finden sich Frauen in der Führungsetage: Ab einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro machen weibliche Chefs nur noch 5 Prozent aus. In diese Kategorie fällt zum Beispiel der norddeutsche Fleischwarenhersteller Schwarz Cranz, der seit 1999 von einer Frau geleitet wird.

Chefinnen liegen im Trend

Nach Auswertung ihrer Studie geht die KfW davon aus, dass der Anteil weiblicher Führungskräfte im Mittelstand steigen wird. Ganze 43 Prozent aller Existenzgründungen entfielen im letzten Jahr auf Frauen! Immer mehr Frauen müssen zudem heute zum Familieneinkommen beitragen und wollen schon deshalb ihre Karriere voranbringen – auch diese Tatsache treibt die Anzahl weiblicher Chefs weiter nach oben.


Bild: Thinkstock, 469656063, iStock, monkeybusinessimages

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