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Endspurt: So schafft Löw das Ticket für 2020

12. November 2019 • Fussball

Düsseldorf – Wie vor der Fußball-EM 2016 muss die deutsche Nationalmannschaft am letzten Doppelspieltag noch das Turnierticket lösen. Gegen Weißrussland und Nordirland erwartet Bundestrainer Joachim Löw zwei Siege.

Im Fernduell mit Holland geht es auch noch um Platz eins. Ob der wirklich wichtig ist, lässt sich noch nicht sagen.

Wie ist die Ausgangslage der deutschen Mannschaft?

Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen. «Es gibt verschiedene Konstellationen und Möglichkeiten», sagte Bundestrainer Joachim Löw. Klar ist: Gewinnt Holland gegen Nordirland, reicht der DFB-Auswahl zeitgleich am Samstag gegen Weißrussland ein Remis für das EM-Ticket. Sicher dabei ist man unabhängig von allen anderen Ergebnissen auch bei einem Sieg gegen Weißrussland und einem Remis gegen Nordirland. Im Extremfall würde das Ticket aber auch bei zwei Niederlagen gelöst werden, wenn Holland gegen Nordirland gewinnt und der direkte Vergleich mit den Briten nach dem 2:0 im Hinspiel gewonnen wird.

Ist der erste Platz in der Gruppe noch möglich?

Aus eigener Kraft kann Deutschland den Spitzenrang nicht mehr schaffen. Die Niederlande haben den direkten Vergleich gewonnen (2:3/4:2) und hätten bei Punktgleichheit die Nase vorn. Da die DFB-Elf und Oranje derzeit punktgleich sind, ist die Rechnung einfach. Deutschland kann nur noch vorbeiziehen, wenn man in den letzten beiden Spielen gegen Weißrussland und Nordirland mehr Zähler holt als die Niederlande gegen Nordirland und Estland. «Wenn es irgendwie möglich ist, wenn Holland einen Punkt abgeben sollte, können wir vielleicht noch den Gruppensieg feiern», sagte Löw.

Ist Platz 1 in der Quali-Gruppe für die EM überhaupt wichtig?

Theoretisch ja, praktisch kann alles anders sein. Fakt ist: Bei der Auslosung am 30. November in Bukarest werden die besten sechs Gruppensieger im ersten Topf sein, die weiteren vier Ersten und besten zwei Zweiten im Lostopf 2, die nächsten sechs Zweiten in Lostopf 3 und die beiden schlechtesten Zweiten in Lostopf 4. In den letzten Topf werden auch die Sieger der Playoffs zunächst virtuell eingruppiert, bevor sie im April den Gruppen zugeordnet werden.

Möglicherweise landen aber auch Topteams wie Weltmeister Frankreich oder Europameister Portugal nur in Topf zwei und schieden als mögliche Kontrahenten für Deutschland aus. «Ich bin grundsätzlich kein Freund davon, so zu spielen, dass man sich gewisse Dinge ausrechnet, dann kommt’s anders. Ich glaube, wir sollten immer den Anspruch haben, alle Spiele zu gewinnen und auch Erster zu werden», sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. «Wir werden da nicht kalkulatorisch vorgehen.»

Was passiert bei einem Scheitern in der Quali-Gruppe?

Für den unwahrscheinlichen Fall eines Abrutschens auf den dritten Gruppenplatz müssten sich Löw und seine Spieler auf eine Playoff-Teilnahme im März einrichten. Dann würde es in zwei K.o.-Spielen um die letzte Chance zur Turnierteilnahme gehen. Deutschland hätte ein Startrecht wohl sicher, da mindestens sieben in der Nations League vor der DFB-Elf (Rang elf) platzierte Teams die EM-Teilnahme auf direktem Weg in ihren Qualifikationsgruppen schaffen werden. Nach derzeitigem Stand wird Island ziemlich sicher eines der Teams in der höchsten von vier Playoff-Gruppen sein.

Wer ist schon sicher bei der EM dabei und wer muss noch zittern?

Spanien, Italien, Polen, Belgien, Russland und die Ukraine haben sich schon vor dem letzten Doppelspieltag die EM-Teilnahme 2020 gesichert. Unter Druck steht Titelverteidiger Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo. Nach der Niederlage in der Ukraine müssen gegen Litauen und Luxemburg Siege her, sonst könnte Serbien noch vorbeiziehen. Dann müssten die Portugiesen in die Playoffs. Praktisch alle anderen großen Fußball-Nationen wie England, Frankreich oder die Niederlande stehen kurz vor der Turnierteilnahme.

Wie funktionieren die Playoffs?

Der Modus ist neu. Die je vier besten Teams aus den vier Ligen der Nations League 2018, die sich noch nicht für die EM qualifiziert haben, spielen Ende März 2020 in Halbfinals und Endspiel je einen Starter pro Liga aus. Sind weniger als vier Teams einer Liga noch ohne EM-Ticket, rücken Mannschaften aus niedrigeren Klassen nach. Die endgültigen Konstellationen werden am 22. November ausgelost. Gruppensieger einer Staffel müssen nicht gegen Mannschaften aus einer höheren Liga spielen.

Wo spielt Deutschland bei der EM?

Sicher sind zwei Gruppenheimspiele in München. Qualifizieren sich Deutschland und Ungarn in ihren Gruppen, wird am 22. November gelost wo das direkte Duell in der EM-Gruppe F stattfindet, in München oder Budapest. Schaffen die Ungarn das EM-Ticket erst in den Playoffs oder gar nicht, hat Deutschland drei Heimspiele in der Gruppenphase.

In der K.o.-Phase ginge der Turnierweg als Gruppenerster über Bukarest und St. Petersburg Richtung Halbfinale und Endspiel in London. Als Gruppenzweiter müsste man via Dublin und Rom nach Wembley. Als Gruppendritter gäbe es zwei Routen: Entweder Bilbao und Baku oder Budapest und München als Spielorte in Achtel- und Viertelfinale. Von den zwölf EM-Orten sind deutsche Auftritte nur in Glasgow, Amsterdam und Kopenhagen ausgeschlossen.

Fotocredits: Peter Steffen
(dpa)

(dpa)

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