Beobachtern war noch vor Beginn der Winterspiele in Vancouver klar, dass mit Stephanie Beckert insbesondere über die 3000 Meter zu rechnen sein würde. Die in sie gesetzten Hoffnungen enttäuschte die Thüringerin am Sonntag nicht. Die 21-Jährige, die zuvor in der Öffentlichkeit wenig bekannt war, lief das Rennen ihres Lebens und erkämpfte sich ihre erste Olympiamedaille. Eisschnelllauf-Experten wie die ebenfalls aus Erfurt stammende ehemalige Olympia-Siegerin Gunda Niemann-Stirnemann hatten Beckert einiges zugetraut.
Stephanie Beckert gilt als zurückhaltend im Umgang mit der Öffentlichkeit
In der vorolympischen Saison hatte die Thüringerin beim Traditionsweltcup in Heerenveen ihren ersten Weltcup-Sieg einfahren können und zeigte den ganzen Winter über eine konstante Leistung. Im 3000-Meter-Rennen im Richmond Olympic Oval schob sich Beckert an der Kanadierin Kristina Groves vorbei und sicherte damit die erste Medaille für den deutschen Eisschnelllauf-Verband. Allein die fünfmalige Weltmeisterin Sablikova lief der Konkurrenz um mehr als zwei Sekunden voraus und unterstrich erneut ihre herausragende Rolle über diese Distanz.
Beckert hingegen konnte ihr Glück über Olympiasilber zunächst nicht fassen und schaute etwas ungläubig drein. Die 21-jährige Eisschnellläuferin gilt ohnehin als zurückhaltend. Aus einer eisschnelllaufverrückten Familie stammend bewies sie schon früh Talent und machte bereits in ihrer ersten Weltcup-Saison mit guten Leistungen auf sich aufmerksam. Ihre Zurückhaltung im Umgang mit den Medien und der Öffentlichkeit erscheint erfrischend angesichts des jahrelangen Medienrummels um die Rivalität zwischen Claudia Pechstein und Anni Friesinger. Dennoch wird sich für die junge Sportlerin nach ihrem zweiten Platz in Vancouver zuhause in Erfurt einiges ändern. (sch)

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