Ein Nordpol ohne Eis ist ein Horrorszenario, welches sich die Klimaschützer bedienen, wenn es um den weltweiten Klimaschutz geht. Was zunächst als Utopie kaum zu realisieren war, wird möglicherweise schon in diesem Sommer zu beobachten sein. Die hohen Temperaturen sowie die dünne Eisschicht könnten ausschlaggebend dafür sein, dass die weiße Pracht vollständig abschmilzt. Dies haben Forschungen im Rahmen der "Study of Environmental Arctic Change" ergeben, die eine monatliche Prognose zur Eisbedeckung veröffentlichen. Mark Serreze vom Nationalen Zentrum für Schnee- und Eis beziffert die Chancen für das Eintreten gegenüber dem "Independent“ auf 50:50.
Spätsommerwetter entscheidend
Im September und Oktober wird dann absehbar sein, ob man bereits einen Segeltörn zum Nordpol unternehmen kann, ohne vom „lästigen“ Eis behindert zu werden. Entscheidenden Einfluss werden die Temperaturen im Juli und August haben, sowie die generellen Wetterverhältnisse. So waren im vergangenen Jahr die Winde in der Arktis dafür verantwortlich, dass große Massen Eis ins geographische Zentrum transportiert und dort von der permanenten Sonne des Polartages zu schmelzen gebracht wurden. Diese anormalen Windverhältnisse, die für die Arktis eher untypisch sind, haben für die Rekordschmelze gesorgt. Dadurch ist ein Großteil der Arktis lediglich von einer einjährigen Eisschicht überzogen, die besonders dünn und wenig resistent ist.
Rasanter Fortschritt
Fakt ist, dass das Abschmelzen der Pole in einem weit höheren Tempo voranschreitet, als vom Weltklimarat IPCC vorhergesagt. Die dortige Prognose, wonach erst im späteren Teil des 21. Jahrhunderts mit eisfreien Polen zu rechnen ist, kann als hinfällig bezeichnet werden. Jedoch gibt es vereinzelte Prognosen, wonach bereits im kommenden Jahr die Eisschicht wesentlich stabiler wäre.
Politische Konflikte
Neben den Klimaaspekten birgt das Abschmelzen der Pole auch eine Menge an politischen Konflikten, so haben insbesondere die Anrainerstaaten die verborgenen Rohstoffe der Arktis ins Auge gefasst. (riw)

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Roland Schmitt schreibt:
27. Juni 2008, 17:11 Uhr
Wenn das wirklich so weitergeht mit dem Klimawandel, dann kann man in 10 Jahren Urlaub am Nordpol machen. Echt unglaublich…