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11. November 2011, 10:59 Uhr
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Ein Wirtschaftsprofessor als Regierungschef Italiens: Mario Monti ist das Gegenteil Berlusconis

Berlusconi steht für alles, was Mario Monti nicht mag: Parties, unangemessene Affären mit zu jungen Frauen, machtpolitische Streitigkeiten. Die Ära Berlusconis ist zu Ende. Es wird Zeit, dass jemand mit Fachwissen und Feingefühl Italien aus der Krise führt. Monti ist ein Wirtschaftskenner, ein bedachter Akademiker und ein Mann mit Manieren. Nun könnte er zum Vorsitzenden der Übergangsregierung gewählt werden.
Man würde denken, dass Berlusconi diejenige Person, die so komplett anders als er selbst  ist, mit Argwöhn betrachten würde. Dem ist jedoch nicht so, der  diplomatische Monti hat Berlusconis Unterstützung. Der 68-Jährige Monti  mit Brille, schmaler Figur und Vater zweier Kinder würde der Bunga-Bunga  Zeit ein abruptes Ende bereiten.

Mario Monti - ein Mann mit Durchsetzungsvermögen

Am Mittwoch erklärte Staatspräsident Giorgio Napolitano  Moni zum Senator auf Lebenszeit. Seither gilt er vielen als Topfavorit  für den Posten des Regierungschefs. Bescheiden sagte Monti dazu: "Es ist  noch keine Nominierung", wie stern.de unter Berufung der Tageszeitung  "La Stampa" berichtet. Monti ist 1943 in Varese geboren. Er studierte in  Mailand und an der renommierten Yale-University in den USA. Als  Professor für Wirtschaftswissenschaften lehrte er in Mailand, Trient und  Turin. Zur Zeit ist Monti Präsident der Mailänder Universität Luigi  Bocconi. Er war als EU-Kommissar tätig, der mit der Zeit als starker und  souveränder Diskussionspartner herauskristallisierte. Als besonders  durchsetzungsstark wurde er nach den kartellrechtlichen Disputen mit  General Elektric und Microsoft angesehen. Als EU-Wettbewerbskomissar  setzte er gegen die Mühen Gerhard Schröders und die Landesbanken seine  Meinung durch.

Monti kritisierte schon lange Berlusconis Art zu regieren

Monti war dem ehemaligen Regierungschef Berlusconi vor,  sich "niemals für Wirtschaftspolitik interessiert" zu haben. Dringend  nötige Reformen hätte Berlusconi ebenfalls nicht durchgeführt. Trotz dessen ist sich Berlusconi um Montis Fachwissen und Führungsqualitäten  bewusst. Er äußerte, dass Monti "im Interesse des Landes" arbeiten würde. Jedoch stellt Berlusconi einige Bedingungen, wenn es um die Bildung der Notstandsregierung geht. Er möchte über den Vizepremier entscheiden sowie das Regierungsprogramm mitbestimmen. Die Mitbestimmung begründet er damit, dass seine Mitte-Rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PdL, Popolo della libertà) weiterhin die stärkste Gruppe im Parlament sei, berichtet der Standart.at.

Die Lega Nord könnte Monti gefährlich werden

Monti scheint also ein mehr als guter Nachfolger zu  sein, Doch die rechts angesiedelte Partei Lega Nord hält den früheren EU-Kommissar für ungeeignet. Sollte Monti zum Vorsitz der Regierung  gewählt werden, werde die Lega Nord in die Opposition gehen, sagte der Innenminister Italiens Roberto Maroni. Der Grund für diese Ablehnung liegt darin, dass Monti nicht der Mehrheit angehöre, die 2008 die  Parlamentswahlen gewann. Die Lega Nord fordert deshalb Neuwahlen statt der Bildung einer Übergangsregierung.

(nas)
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