Man würde denken, dass Berlusconi diejenige Person, die so komplett anders als er selbst ist, mit Argwöhn betrachten würde. Dem ist jedoch nicht so, der diplomatische Monti hat Berlusconis Unterstützung. Der 68-Jährige Monti mit Brille, schmaler Figur und Vater zweier Kinder würde der Bunga-Bunga Zeit ein abruptes Ende bereiten.
Mario Monti - ein Mann mit Durchsetzungsvermögen
Am Mittwoch erklärte Staatspräsident Giorgio Napolitano Moni zum Senator auf Lebenszeit. Seither gilt er vielen als Topfavorit für den Posten des Regierungschefs. Bescheiden sagte Monti dazu: "Es ist noch keine Nominierung", wie stern.de unter Berufung der Tageszeitung "La Stampa" berichtet. Monti ist 1943 in Varese geboren. Er studierte in Mailand und an der renommierten Yale-University in den USA. Als Professor für Wirtschaftswissenschaften lehrte er in Mailand, Trient und Turin. Zur Zeit ist Monti Präsident der Mailänder Universität Luigi Bocconi. Er war als EU-Kommissar tätig, der mit der Zeit als starker und souveränder Diskussionspartner herauskristallisierte. Als besonders durchsetzungsstark wurde er nach den kartellrechtlichen Disputen mit General Elektric und Microsoft angesehen. Als EU-Wettbewerbskomissar setzte er gegen die Mühen Gerhard Schröders und die Landesbanken seine Meinung durch.
Monti kritisierte schon lange Berlusconis Art zu regieren
Monti war dem ehemaligen Regierungschef Berlusconi vor, sich "niemals für Wirtschaftspolitik interessiert" zu haben. Dringend nötige Reformen hätte Berlusconi ebenfalls nicht durchgeführt. Trotz dessen ist sich Berlusconi um Montis Fachwissen und Führungsqualitäten bewusst. Er äußerte, dass Monti "im Interesse des Landes" arbeiten würde. Jedoch stellt Berlusconi einige Bedingungen, wenn es um die Bildung der Notstandsregierung geht. Er möchte über den Vizepremier entscheiden sowie das Regierungsprogramm mitbestimmen. Die Mitbestimmung begründet er damit, dass seine Mitte-Rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PdL, Popolo della libertà) weiterhin die stärkste Gruppe im Parlament sei, berichtet der Standart.at.
Die Lega Nord könnte Monti gefährlich werden
Monti scheint also ein mehr als guter Nachfolger zu sein, Doch die rechts angesiedelte Partei Lega Nord hält den früheren EU-Kommissar für ungeeignet. Sollte Monti zum Vorsitz der Regierung gewählt werden, werde die Lega Nord in die Opposition gehen, sagte der Innenminister Italiens Roberto Maroni. Der Grund für diese Ablehnung liegt darin, dass Monti nicht der Mehrheit angehöre, die 2008 die Parlamentswahlen gewann. Die Lega Nord fordert deshalb Neuwahlen statt der Bildung einer Übergangsregierung. (nas)

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