
Weiterhin wird nach der Quelle des EHEC-Erregers gesucht.
Quelle: dapd/Philipp Guelland
Wasser als Überträger möglich
Der Chefarzt hält auch Wasser für einen möglichen Überträger des gefährlichen EHEC-Erregers. Besonders schwierig eine Quelle zu finden macht vor allem die lange Inkubationszeit, zehn Tage soll es dauern bis die Krankheit sich entfaltet. Die wenigsten Menschen können sich noch genau erinnern was sie vor 10 Tagen gegessen oder getrunken haben.
Robert-Koch Institut überfordert
Zastrow fordert außerdem Experten und Hygeniker aus den Kommissionen um das Robert-Koch Institut und dem Bundesinstitut für Risikobewertung zusammenzuführen und das diese besser zusammen arbeiten zu lassen. Bislang werden, laut Zastrow, potentielle Experten nicht in die Ermittlungen einbezogen und das Robert-Koch Institut ist mit der Situation überfordert.
Ist der EHEC-Erreger bewusst unter den Menschen verbreitet worden?
Ein weiteren Punkt bemängelt der Chefarzt, es kursieren Theorien über einen möglichen Anschlag, diese Theorien wurden aber bislang nicht genau genug untersucht. Der EHEC-Erreger könnte bewusst verbreitet worden sein. Doch fehlen für diesen Anschlag übliche Bekennerschreiben. Interessanter weise aber handelt es sich bei dem EHEC-Erreger der zur Zeit im Umlauf ist um eine neue Form des Erregers, dass ruft die Frage hervor woher der Erreger kommt.
Laut dem Chefarzt ist es möglich das der Erreger in einem Labor gezüchtet wurde und dann unter den Menschen verteilt wurde. (jra / dapd)

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Christian Schmidt schreibt:
4. Juni 2011, 11:42 Uhr
Dr. Klaus-Dieter Zastrow ist Leiter des Institutes für Hygiene und Umweltmedizin am Vivantes Klinikum Spandau. Auf Grund seines beruflichen Werdeganges ( u.a. am RKI) muss man seine Kritik ernst nehmen. Aber Dr. Zastrow sollte auch wissen wie überentwickelt die Ego’s vieler echter und vermeintlicher Spezialisten sind. In einer Situation wie dieser braucht man ein eingeschworenes Team in dem “jeder Handgriff sitzt”, wo sich jeder 100% auf den Anderen verlassen kann und wo keine Zeit mit langen Erklärungen oder Fachsimpeleien über Methoden verloren geht. Deshalb ist es richtig und wichtig die erprobten Strukturen und Zuständigkeiten nicht gerade jetzt zu ändern. Nachdem die sich die Situation wieder normalisiert hat kann und muss man evtl. daran denken die Abläufe zu optimieren.
Hinsichtlich eines Anschlages: Selbst wenn es so wäre, was würde uns dieses Wissen bringen? Bei der Infektiosität des Erregers hätte der Inhalt eines sehr kleinen Pillendöschens ausgereicht um die Epedemie zu verursachen. Und zu hoffen, dass eventuelle Terroristen eine wirksame Therapie kennen und uns auch verraten würden ist mehr als verwegen.