Das Erste Deutsche Fernsehen (ARD) präsentiert ab kommendem Montag die dreiteilige Sendereihe "Deutsche Dynastien". Den Anfang macht die Familie Thyssen, die als ThyssenKrupp heute zu den grössten Stahlkonzernen der Welt gehört. Die Geschichte von Thyssen begann jedoch bereits im 19. Jahrhundert mit der Gründung der Thyssen Co. AG durch August Thyssen.
Die weitere Geschichte der Industie-Familie ist ein Familienepos im Stile griechischer Tragödien. Geld, Ruhm und Macht sind ebenso Bestandteil des Familie wie Ausschweifungen, Streit und Todesangst. Der Film von Julia Melchior und Sebastian Dehnhardt gewährt der Öffentlichkeit erstmals exklusiven Einblick in die Firma und die Familie.
Während Thyssen den Anfang macht (8. November), berichtet Teil zwei der "Deutschen Dynastien" über die Familie Oetker (15. November) und Teil drei über die Adels-Familie Guttenberg (22. November). Die Dokumentationen beginnen jeweils um 20:15 Uhr im ARD-Fernsehen. dapd/hm/wsd
(kat / dapd)

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Klaus Goebel schreibt:
22. November 2010, 22:33 Uhr
Angesichts der Ankündigung, in der Reihe solle erzählt werden, “wie die Familien es zu Ruhm und Ehre brachten und wie sie es schafften, über Generationen hinweg im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne ihr Erbe zu sichern”, hat mich die Sendung “Die Guttenberg” etwas ratlos gemacht und auch enttäuscht. Denn die “Generationen” pendelten mal gerade zwischen Großvater, Vater und zwei Söhnen. Da waren gehaltvolle, nachdenkenswerte Sequenzen zu hören, informative und unterhaltsame Fakten wurden vermittelt, aber das historische “Spannungsfeld” war doch recht eng ausgemessen.
Es fehlte ein Einblick in die jahrhundertealte Geschichte der Familie und - in die Zeit der NS-Diktatur. Denn immerhin ist ein Karl Ludwig zu Guttenberg, Mitarbeiter des Amtes Canaris, noch wenige Wochen vor Ende des Zweiten Weltkriegs von den nationalsozialistischen Schergen ermordet worden. Um für diese historischen Perspektiven das notwendige Zeitquantum zu schaffen, hätten dem Film gewisse Kürzungen beispielsweise bei den Interviews nicht geschadet. Außerdem, bei allem Respekt vor der Person des Ministers und seiner Beliebtheit, ein Film, der eine “Dynastie” porträtieren soll, darf einen Einzelnen nicht zu stark hervortreten lassen, noch dazu, dass es sich in diesem Fall um Gegenwartr und nicht etwa um abgeschlossene Geschichte handelt. Somit ruft auch ein Hauch Hofberichterstattung, der von dem Film ausgeht, Kritik hervor.
Wuppertal, 22.November 2010
Klaus Goebel