Die Nachricht über den möglichen Verkauf der Dresdner Bank an die China Investment Corporation (CIC) ist noch nicht vergessen, da verkünden die chinesischen Bänker ihr Interesse an der Deutschen Bahn. Auch wenn sie den Zuschlag für die Dresdner Bank nicht bekommen haben, obwohl sie mehr boten als ihr deutscher Konkurrent, die Commerzbank, ist die chinesische Aufmerksamkeit für den deutschen Markt vorhanden. Darüber hinaus gab es offensichtlich, so Steinbrück, keine Verstimmung über den Ablauf des Bankenverkaufs. Wörtlich sagte er, es habe „überhaupt keine Rolle gespielt.“
Aber nicht nur China, auch Russland schielt schon auf den anstehenden Börsengang der Deutschen Bahn. Dieser Aktienverkauf ist bereits für Ende Oktober angedacht. Dabei will die Bahn 24,9 Prozent der Tochterfirma DB Mobility Logistics veräußern.
Nun ist in Deutschland die Sorge um die Zukunft deutscher Unternehmen auf dem Weltmarkt wieder gewachsen. Dementsprechend gibt es Pläne der Regierung zur Änderung des Außenwirtschaftsgesetzes, das deutsche Unternehmen schützen soll. Auch dies, so bestätigte der Finanzminister, sei Thema bei der zweitägigen Gesprächen gewesen. Allerdings sieht weder er noch die chinesischen Gesprächspartner einen Grund zur Aufregung. Die Gesetzesnovelle, so der Minister, sei „eher harmlos“. Dies war vermutlich auch in Richtung der deutschen Wirtschaftsvertreter gesagt worden, denn diese haben bereits ihren Verdruss über die Gesetzesänderung verlautbart.
Wie intensiv die deutsch – chinesischen Wirtschaftsverhandlungen sind, zeigt auch der Empfang des deutschen Ministers bei Vizeregierungschef Li Keqiang. Dieser wird als vermutlicher Nachfolger des momentan amtierenden Ministerpräsidenten Wen Jiabao gehandelt.
Die Reise des Finanzministers endet am Donnerstag. Zuvor will er in Shanghai die dortige Börse besichtigen. (cly / dpa)

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