Bei einer Verurteilung drohen dem 54-jährigen Bürgerrechtler bis zu 15 Jahre Haft. Der Prozessauftakt fand unter massivem Aufgebot von Polizei- und Staatssicherheitskräften statt, die Augenzeugenberichten zufolge sympathisierende Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude verhafteten. Internationale Diplomaten hatten vergeblich versucht, als Beobachter dem Prozess beizuwohnen.
Bürgerrechtler Xiaobo übte mit der "Charta 08" an Chinas Regime Kritik
Der ebenfalls für seine Kritik an Chinas Regime bekannte Anwalt Teng Biao bekundete öffentlich seine Solidarität mit dem Bürgerrechtler. "Der Prozess verstösst gegen das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Menschenrechte des Volkes," so Biao auf Twitter. Zudem forderte US-Diplomat Greg May die sofortige Freilassung Xiaobos.
Die USA nehmen an, dass sich die Anklage gegen den Bürgerrechtler auf seine Beteiligung an der "Charta 08" richtet, die sich für politische Reformen des Ein-Parteien-Systems sowie für die Einhaltung der Menschenrechte in China stark macht. Andere Mitunterzeichner der Charta wie Xiaobos Ehefrau waren von Beamten der Staatssicherheit im Vornherein an der Fahrt zum Gericht und damit auch an einer öffentlichen Demonstration ihrer Solidarität mit dem Angeklagten gehindert worden.
(sch / dpa)

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