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18. Januar 2012, 11:29 Uhr
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Buchtipp: “Wandervögler - Warum Männer unbedachter fremdgehen”

Die Psychologin Catherine Herriger versucht in ihrem Buch "Wandervögler-Warum Männer unbedachter fremdgehen" zu erklären, warum so viele Männer ihre Familie und ihre Beziehung für ein paar Minuten Spaß aufs Spiel setzen.
Ein Paar, das Abstand hält, sich aber an den Händen fasst.
Zwischen zwei Menschen kann viel stehen!
Quelle: dapd/Michael Urban
Catherine Herriger betont ausdrücklich, dass es nicht ihr Anliegen sei, Männer oder überhaupt eine bestimmte Gruppe zu diskriminieren. Es gehe auch nicht um ein Urteil, um ein gut oder schlecht, eine moralische Abwertung. Das Buch möchte einfach nur der Frage des "Warum?" nachgehen. Warum glauben Männer, sie hätten das Recht "auf die Pirsch zu gehen"? Ist das biologisch oder kulturell verankert? Warum sind sie bereit für einen niedlichen, etwas ausufernden Flirt nicht nur ihre Beziehung, sondern ihre Familie, ihr Leben und ihre Reputation zu riskieren? Warum lassen so viele Männer jegliche Intelligenz und Raffinesse bei ihren Eheauszeiten außen vor? Ist das Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit oder Rücksichtslosigkeit? Und warum stehen sie am Ende oft fassungs- und ratlos vor den Scherben ihrer Ehe?

Wandervögler entstehen durch Mutterliebe!

Die Autorin verfolgt die provokante Theorie, dass viele Wandervögler in einer weiblich geprägten Umwelt aufgewachsen seien. Umgeben von ihrer Mutter, diversen Tanten, Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen, die den Jungen niemals ernsthafte Grenzen setzten, sondern sie verzögen, verhätschelten und im Zweifelsfall alles verziehen. Reife und verantwortungsbewusste Männer, die als Vorbild fungieren könnten, gebe es im direkten Umfeld vieler männlicher Jugendlicher nicht, da diese meist voll im Berufsleben aufgehen, um ihre Familie zu ernähren.

Aus diesen Halbstarken werden erwachsene Männer, die nicht über die Konsequenzen ihrer Handlung nachdächten, sondern stets ihren Bedürfnissen folgten in der Annahme, es werde ihnen schon verziehen. Sie tauschen ihre Mutter einfach gegen eine Ehefrau aus.

Kommt diese aber hinter den Seitensprung und tätschelt ihm nicht mit den Augen rollend liebevoll über den Kopf, sondern zieht die Konsequenzen, sind die Männer oft am Boden zerstört und stehen diesem für sie neuartigem Verhaltensmuster hilflos gegenüber.

Die Autorin diagnostiziert ihnen mangelndes Einfühlungsvermögen und ein geringes Selbstbewusstsein, was viele mit einer Affäre kompensierten.

Catherine Herriger: "Wandervögler-Warum Männer unbedachter fremdgehen", Kösel, 2011, 17,99 Euro, ISBN: 978-3466308989 (leo / dapd)
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