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Brexit-Countdown: Unternehmen bereiten sich auf harten EU-Austritt vor

Brexit-Countdown: Unternehmen bereiten sich auf harten EU-Austritt vor

26. Oktober 2018 • Wirtschaft

Ende März 2019 wird es ernst: Großbritannien wird dann aus der EU austreten. Ob es bis dahin zu einer Einigung mit der EU kommt, steht noch in den Sternen. Viele Firmen bereiten sich jetzt schon auf einen Worst Case vor.

Stichtag: 29. März 2019

Ob es in den nächsten sechs Monaten noch zu einer Einigung zwischen Großbritannien und der EU kommt, ist nach wie vor offen. Eine Voraussage kommt dem Besuch in einem Online-Casino gleich: Niemand weiß, wie ab dem 29. März der Handel mit Großbritannien aussehen wird. Unternehmen müssen sich wegen der stockenden Verhandlungen zwischen der EU und der Insel auf einen harten Brexit ohne Netz und doppelten Boden einstellen. Die Folgen wären ein Austritt ohne jegliche Regelungen in Bereichen wie dem Datenschutz, Handel und Reisen. Bereits sechs Monate vor Ultimo ist die Zeit zu knapp, um alle negativen Folgen eines harten Austritts abzuwenden.

Vielfältige Konsequenzen für Firmen

Je nach Branche sind die Brexit-Konsequenzen verschieden gelagert. Im- und Exportfirmen müssen sich auf Probleme und Verzögerungen einstellen, weil ihre Waren von einem Tag auf den anderen wieder verzollt werden müssen. Die Finanzbranche hat bereits auf die veränderte Lage reagiert: Da wegen der verschiedenen Währungsräume viele Finanzgeschäfte nicht mehr von London aus getätigt werden können, haben die Commerzbank und die Deutsche Bank bereits einige Geschäftsbereiche aus der britischen Hauptstadt abgezogen und in andere europäische Städte verlagert.

Auch die Autohersteller müssen umdisponieren: BMW sucht zurzeit Parkplätze und Lagerhallen auf beiden Seiten des Ärmelkanals, um so möglichen Lieferengpässen entgegenzuwirken. Zudem wird die IT-Struktur des Unternehmens erweitert, um mit einer etwaigen Dokumentenflut bei der Einführung neuer Zölle zurechtzukommen. Gerüchten zufolge soll der Brexit-Umstieg allein bei BMW mehrere Millionen Pfund kosten.

Andere Autoriesen wie Daimler und Volkswagen geben keine Stellungnahmen über ihre Brexit-Vorbereitungen ab – wie die meisten betroffenen Unternehmen. Allerdings weisen sie darauf hin, dass die neuen Abläufe so einfach wie möglich gestaltet werden müssen, um Produktion und europaweite Lieferketten so wenig wie möglich zu belasten.

Brexit-Hilfen von EU und DIHK

Die EU informiert im Internet unter dem Motto „Brexit Preparedness“ über verschiedene Aspekte des UK-Austritts. Die Informationen sollen Unternehmen helfen, sich vorzubereiten und betreffen so verschiedene Themen wie den elektronischen Geschäftsverkehr, Risikomanagement im Finanzwesen oder Netzwerksicherheit.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat eine Online-Checkliste veröffentlicht, die deutschen Unternehmen helfen soll, mit den Brexit-Folgen fertigzuwerden. Das Papier geht auf 18 firmenrelevante Themen ein und entspringt einer DIHK-internen Task Force aus Experten, die die Hintergründe zum Austritt durchleuchten und Handlungsempfehlungen abgeben.

Bildquelle: Pixabay, 3579600, Tumisu

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